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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
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zollfreie Persönlichkeit mit all ihrer Lebenslust sichgeltend machen, was doch immer ersprießlicher ist,als das tobte Schcinwcscn der alten Kunst.

Oder hat es überhaupt mit der Kunst undmit der Welt selbst ein trübseliges Ende? Jeneüberwiegende Gcistigkeit, die sich jetzt in der euro-päischen Literatur zeigt, ist sie vielleicht ein Zeichenvon nahem Absterben, wie bei Menschen, die in derTodesstunde Plötzlich hellsehend werden und mit ver-bleichenden Lippen die übersinnlichsten Geheimnisseaussprechen? Oder wird das greise Europa sichwieder verjüngeu, uud die dämmernde Gcistigkeitseiner Künstler und Schriftsteller ist nicht das wun-derbare Ahnungsvcrmögeu der Sterbenden, sonderndas schaurige Vorgefühl einer Wiedergeburt, dassinnige Wehen eines neuen Frühlings?

Die diesjährige Ausstellung hat durch manchesBild jene unheimliche Todesfurcht abgewiesen unddie bessere Verheißung bekundet. Der Erzbischos vonParis erwartet alles Heil von der Cholera, vondem Tode; ich erwarte es von der Freiheit, vondem Leben. Darin unterscheidet sich unser Glauben.Ich glaube, dass Frankreich aus der Herzenstiefcseines neuen Lebens auch eine neue Kunst hcrvor-athmcn wird. Auch diese schwere Aufgabe wird vonden Franzosen gelöst werden, von den Franzosen,