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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
Seite
84
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von römischen Lippen erklingen, nnd meine Seelewnrdc besänftigt und erheitert").

Ach! wohl thut es Noth, dass die liebe, un-verwüstliche, melodische Geschichte der Menschheitunsere Seele tröste in dem misstöncndcn Lärm derWeltgeschichte. Ich höre in diesem Augenblick dadraußen, dröhnender, betäubender als jemals, die-sen misstöncndcn Lärm, dieses sinnverwirrende Ge-töse; es zürnen die Trommeln, es klirren die Waf-fen; ein empörtes Mcnschcnmccr mit wahnsinnigenSchmerzen nnd Flüchen, wälzt sich durch die Gas-sen daS Bolk von Paris und heult: „Warschau istgefallen! Unsere Avantgarde ist gefallen! Nieder mitden Ministcrn! Krieg den Russen! Tod den Preu-ßen!" — Es wird mir schwer, ruhig am Schreib-tische sitzen zu bleiben nnd meinen armen Kunst-bcricht, meine friedliche Gcmäldebcurtheilung, zuEnde zu schreiben. Und dennoch, gehe ich hinab aufdie Straße und man erkennt mich als Preußen, sowird mir von irgend einem Julihclden das Gehirneingedrückt, so dass alle meine Kunstidccn zerquetscht

") Von den nächsten fünf Absätzen, die in der neue-sten französischen Ausgabe fehlen, finden sich die beidenersten nnd der fünfte Absatz noch in der ältesten französischenAusgabe.

Der Herausgeber.