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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
Seite
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kostbaren Purpur am Halse, mit dem Kuss derMclpomcnc auf den weißen Lippen, bildet denhcrabdrückcndstcu Gegensatz zu der rohen, der leben-digen Pnritancrgcstalt. Auch mit der äußeren Be-kleidung derselben kontrastieren ticfschneidcnd bedeut-sam die letzten Prachtspurcn der gefallenen Herr-lichkeit, das reiche grünscidcne Kissen im Sarge, dieZierlichkeit des blendendweißen Leichcnhcmds, gar-niert mit Brabantcr Spitzen.

Welchen großen Weltschmerz hat der Malerhier mit wenigen Strichen ausgesprochen! Da liegtsie, die Herrlichkeit des Königthnms, einst Trost undBlüthc der Menschheit, elendiglich verblutend. Eng-lands Leben ist seitdem bleich und grau, und dieentsetzte Poesie floh den Boden, den sie ehemalsmit ihren heitersten Farben geschmückt. Wie tiefempfand ich Dieses, als ich einst um Mitternachtan dem fatalen Fenster von Whitehall vorbeigingund die jetzige kaltfcnchte Prosa von England michdurchfröstclte! Warum war aber meine Seele nichtvon eben so tiefen Gefühlen ergriffen, als ich jüngstzum ersten Male über den entsetzlichen Platz ging,wo Ludwig XVI. gestorben? Ich glaube, weil Die-ser, als er starb, kein König mehr war, weil er,als sein Haupt fiel, schon vorher die Krone ver-loren hatte. König Karl verlor aber die Krone nur