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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
Seite
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lieberen Augcn so lieblich verwandt waren. Wennich vor dein Gemälde des Delarochc stand, kam esmir immer ins Gedächtnis, wie ich einst ans einemschönen Schlosse im theurcn Polen vor dem Bildedes Freundes stand und mit seiner holden Schwe-ster von ihm sprach und ihre Augcn heimlich ver-glich mit den Augcn des Freundes. Wir sprachenauch von dem Maler des Bildes, der kurz vorhergestorben, und wie die Menschen dahinsterben, einernach dem andern — Ach! der liebe Freund selbstist jetzt todt, erschossen bei Praga, die holden Lich-ter der schönen Schwester sind ebenfalls erloschen,ihr Schloss ist abgebrannt, und cö wird mir ein-sam ängstlich zu Muthe, wenn ich bedenke, dass nichtbloß unsere Lieben so schnell ans der Welt ver-schwinden, sondern sogar von dem Schauplatz, wowir mit ihnen gelebt, keine Spur zurückbleibt, alshätte Nichts davon existiert, als sei Alles nur einTraum.

Indessen noch weit schmerzlichere Gefühle er-regt das andere Gemälde von Delarochc, das eineandere Scenc ans der englischen Geschichte darstellt.Es ist eine Sccne ans jener entsetzlichen Tragödie,die auch ins Französische übersetzt worden ist undso viele Thrüncn gekostet hat diesseits und jenseitsdes Kanals, und die auch den deutschen Zuschauer