Auch Frankreich Hut scinc stchcudcn Kunstrcccn-senten, die nach alten vorgefasstcn Regeln jedes neueWerk bekritteln, seine Obcrkcnner, die in den Ate-liers herumschnüffeln und Beifall lächeln, wenn manihre Marotte kitzelt, und diese haben nicht erman-gelt, über Dccamps' Bild ihr Urthcil zu fallen. EinHerr Zal, der über jede Ausstellung eine Broschüreediert, hat sogar nachträglich im Figaro jenes Bildzu schmähen gesucht, und er meint die Freunde des-selben zu pcrsifflicren, wenn er scheinbar dcmüthigstgesteht, „er sei nur ein Mensch, der nach Bcrstan-desbcgriffcn urthcile, und sein armer Verstand könnein dem Dccamps'schcn Bilde nicht das große Mei-sterwerk sehen, das von jenen Übcrschwänglichcn, dienicht bloß mit dem Verstände erkennen, darin er-blickt wird." Der arme Schelm, mit seinem armenVerstände! er weiß nicht, wie richtig er sich selbstgerichtet! Dem armen Verstände gebührt wirklichniemals die erste Stimme, wenn über Kunstwerkegenrthcilt wird, eben so wenig als er bei der Schö-pfung derselben jemals die erste Rolle gespielt hat.Die Idee des Kunstwerks steigt aus dem Gcmüthc,und dieses verlangt bei der Phantasie die verwirk-lichende Hilfe. Die Phantasie wirft ihm dann alleihre Blumen entgegen, verschüttet fast die Idee, undwürde sie eher tödtcn als beleben, wenn nicht der
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