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92. An Moses Moser.
Paris, den 27. Juni 1831.
Dein Bruder hat mir gestern deinen Briefvom 25. Mai überbracht. Dn willst mein Still-schweigen als eine Poeteneitelkcit ausdeuten; diesenJrrthum muss ich dir entziehen. Ich war nieempfindlich über irgend ein Urthcil von dir, dasden Poeten betraf; auch ob du irgend eine meinerHandlungen, die ich als Mensch übte, getadeltoder gelobt hast, war mir, wenn auch nicht gleich-gültig, doch keineswegs verletzlich; ich bin über-haupt weder von dir verletzt, noch beleidigt, undmein Stillschweigen ist keine stumme Klage. Ichklage nur über die Götter, die mich so lange Zeitin Jrrthum ließen über die Art, wie du meinLeben und Streben begriffest. Du hast letzteresnicht verstanden, und Das ist es, was mir Kum-mer gemacht. Du verstehst es noch nicht, hast niemein Leben und Streben verstanden, und unsereFreundschaft hat daher nicht aufgehört, sondernvielmehr nie existiert. Wir verlangen von einemFreunde nie Beistimmung, sondern Verständnisunserer Handlungen, er mag sie loben oder tadelnje nach seinen eigenen Principien, aber immer soll