— 402 —
enthaltend, und, wie ich jetzt glaube, auch metrischgut genug. Wenigstens, neben den metrischenMängeln enthält es auch metrische Vortreff-lich leiten, die aus der Seele, dem Ursitz derMetrik, hervorgegangen sind, die kein Graf Platcnmit all seinem Sitzfleisch (dem Aftersitz der Metrik)hervordrechseln könnte. Überhaupt möchte ich diesemLetzteren seine metrischen Verdienste nicht allzuhoch anrechnen; aus Pcrfidie ließ ich sie gelten,der scheinbaren Gerechtigkeitslicbe wegen. Auch dieMetrik hat ihre Ursprünglichkeiten, die nur auswahrhaft poetischer Stimmung hervortreten, unddie man nicht nachahmen kann. Sie, lieber Jm-mermann, sündigen oft genug gegen die äußernRegeln der Metrik, die man allenfalls auswendiglernen kann; selten aber gegen die innere Metrik,deren Norm der Schlag des Herzens. Besonderszeigt sich Das in Ihren Cäsuren; diese, das ge-heime Athemholen der Muse, dessen kürzeres oderlängeres Anhalten nur Derjenige kennt, der inihren Armen träumte — Das ist Ihre metrischeForce, wie sie sich besonders in Ihren Sonettengegen Platcn zeigt. Gott weiß, in wessen pedanti-schen Armen Dieser sich die Metrik aklaviert, dieer nur im Wiegen der Silben ergriffen hat. —Gestern schickte mir Campe das neueste Blatt des