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§. 22s. Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente.
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Es scheint daher, daß alles, was sich auf das Menschengeschlecht inMas>e bezieht, eben solchen bestimmten und regelmäßigen Gesetzen un-terliegt, wie wir dieß bei allen physischen Erscheinungen bemerken, und-daß, je größer diese Masse ist, desto mehr der individuelle Wille desEinzelnen in den Hintergrund tritt, um jene Gesetzes sie mögen nun zurErhaltung oder auch zum Untergange des Geschlechtes führen, desto freierwalten zu lassen. Es ich eint — aber auch nicht mehr. Wer von unshat nicht schon aus eigener Erfahrung, an sich und anderen, den gewal-ligen Einfluß kennen gelernt, den Erziehung, Umgang, Beispiele,äußere Bedürfnisse u. dgl. auf den sittlichen Zustand des Einzel-nen sowohl, als auch ganzer Gesellschaften ausüben. Wer von uns wirdnicht, zur Ehre und zum Troste seines Geschlechts, gern annehmen, daßder Unglückliche, den man zu dem Hochgerichte schleppt, ein ganz ande-res Loos erhalten und verdient hätte, wenn er unter anderen Verhält-nissen erzogen und ausgebildet worden wäre. Wenn wir von den Opfernhören, die in den verflossenen Jahrhunderten den Blattern, der orienta-lischen Pest, dem sogenannten heiligen Feuer, mit jedem Jahre zu Tau-senden fielen, so werden wir dadurch eben so wenig auf den Fatalismuseiner ewigen Dauer dieser Kalamitäten geführt werden, als durch diedenselben Jahrhunderten angehörenden, aller Vernunft Hohn sprechendenHerenprozege, die eben so viele Unglückliche auf den Scheiterhaufengebracht haben. Beide Uebel haben aufgehört, weil die Ursachen aufge-hört haben, aus welchen sie hervorgegangen sind. Laßt Mißjahre undneue Seuchen und verheerende Kriege über uns einbrechen, wie schnellwird dann der sittliche Zustand der Gesellschaft unter sein gewöhnlichesNiveau fallen. Wenn die Wuth der Kreuzzüge, die nahe zweihundertJahre ganz Europa in konvulsivische Zuckungen versetzte, wieder unteruns erwachte, oder wenn, in einer neuen Völkerwanderung, die wildenBewohner eines Welttheiles sich, wie ein Meer, über den anderen er-gießen — welche Zerrüttungen, welcher Jammer würde die unausbleib-liche Folge solcher Ereignisse seyn. Und doch würden auch sie nur ausdenselben Ursachen hervorgehen, als die sind, welche unsere Ueberschwem-mungen, unsere Erdbeben und andere Erscheinungen der Natur begleiten.Wenn diese physischen und moralischen Erschütterungen für irgend einLand wie die Pest für den Orient, auch Jahrhunderte durch währensollten, so wird doch kein Besonnener daraus den Schluß ziehen, daß sieimmer dauern, aber wohl, daß sie so lange fortfahren werden, zu wir-ken, als ihre Ursache nicht aufgehört hat, die dort die konstanten Opferder Seuche, und hier die ebenfalls mit jedem Jahre wiederkommendeAnzahl der Angeklagten und der Verurtheilten erzeugt. Die Erforschungdieser Ursache also ist es, die unsere ganze Aufmerksamkeit erfordert, dawir sie nicht zu entfernen im Stande sind, so lange wir sie nicht ken-nen. Der Mensch und das ganze Menschengeschlecht entsteht, entwickeltsich und vergeht nach bestimmten Gesetzen, die der ewige Urheber derNatur in sie gelegt hat. Diese Gesetze kennen zu lernen und ihre wohl-thätigen Wirkungen, so viel in unsern Kräften steht, zu befördern, istdas Größte und Edelste, womit wir uns beschäftigen können, weil nurdadurch die wahre Sittlichkeit, diese höchste Zierde des Menschen, errun-gen, weil nur dadurch die Perfektibilität des ganzen Geschlechtes, die lnunsere Hände gegeben ist, erst möglich gsmacht werden kann.
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