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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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723
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§. ,»7. Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente. 72z

der äußere, die Eintheilnng tragende Kreis nn (Fig. 197) sey mit demFußgestelle sslW des Instruments fest und unveränderlich verbunden.Um der ^Beständigkeit seiner Lage gewiß zu seyn, könnte man an seinenoberen Speichen eine Libelle befestigen, durch die man jede kleine Ver-stellung dieses Kreises sogleich erkennen und berichtigen würde.

Kann man nun voraussehen, daß die Ebene der beiden Kreise voll-kommen vertikal ist, und daß die optische Ape des Fernrohrs zu dieserKreisebene parallel ist, so wird man, um die Höhe oder die Zenithdi-stanz eines Sterns zu beobachten, zuerst den unteren horizontalen KreisA! lüften, indem man die Druckschraube -I nachläßt und dann das ganzeInstrument um seine in dem hohlen Cylinder stehende vertikale Areso lange frei drehen, bis die Ebene des Kreises durch den zu beobachten-den Stern geht. Dann öffnet man auch die ähnliche (und deßhalb inder Zeichnung nicht angegebene) Druckschraube, welche den innern Kreisan dem festen äußeren hält, so daß man also jetzt diesen innern Kreis,sammt dem an ihm befestigten Fernrohre, um seine horizontale Are KI!so lange drehen kann, bis das Gestirn im Felde des Fernrohrs, in derNähe des in demselben ausgespannten Fadens, erscheint. In dieser Lagebefestige man nun wieder die beiden Druckschrauben des Kreises N so-wohl, als auch die des inneren vertikalen Kreises mm, so steht jetzt dasInstrument in der vorbereitenden Lage, die zu den eigentlichen Beobach-tungen erfordert wird.

Bemerken wir nun, daß bei jeder dieser Druckschrauben auch nocheine andere feine Mikrometer-Schraube angebracht ist, die in der Lageder Tangente ihres Kreises liegt und dazu bestimmt ist, die obschon durchihre Druckschrauben bereits geklemmten oder befestigten Kreise noch etwasweniges in ihrer Ebene weiter zu bewegen. Wir haben eine solche Mi-krometer-Schraube schon oben <H. 188) bei Gelegenheit des Meridian-kreises angeführt, wo sie auch (Fig. 105) bei ist abgebildet ist.

Durch diese Mikrometer-Schrauben bewegt man nun das Fernrohrin vertikaler und horizontaler Richtung ganz leise so, daß der bereitsim Felde des Fernrohrs stehende Stern in der Mitte des Feldes ganzgenau auf den horizontalen Faden zu stehen komme. In diesem Augen-blicke liest man die neben dem Instrumente stehende Uhr und dann auchden Stand der Verniere des inneren Kreises gegen den festen, eingetheil-ten äußeren Kreis ab, wodurch man die gesuchte Zenithdistanz des Sternsfür eine gegebene Zeit erhält, vorausgesetzt, daß man den Kollimations-fehler (tz. 191) des Kreises bereits kennt, d.h., daß man bereits weiß,wie viel man von jeder Lesung am Kreise abziehen oder dazu addirenmuß, um die wahre Zenithdistanz der Beobachtung zu erhalten.

Diesen Kollimationsfehler findet man aber entweder durch Umwen-dung des Instruments oder durch einen Quecksilberhorizont ganz auf die-selbe Art, wie bereits oben (H. 191) bei dem Meridiankreise gesagt wor-den ist, und man sieht von selbst, daß hier die erste Methode ganz be-sonders anwendbar ist, weil das Instrument, nach der Einrichtung sei-nes Baues, sich so leicht und sicher umwenden läßt, so daß einmal derKreis auf der einen und dann auf der entgegengesetzten Seite der ver-tikalen Säule 11^ zu stehen kömmt.

H. 197. (Multiplicirende Beobachtungen an diesem Instrumente.) Das

so eben angezeigte Verfahren möchte wohl das sicherste und bequemstezugleich seyn. Die sehr zahlreichen und guten Beobachtungen, welcheauf diese Art an einem solchen Instrumente, dessen Krene nur einenDurchmesser von 18 Zoll haben, auf der Sternwarte in Wien gemacht

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