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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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Beschreibung und Gebrauch der astrouom. Iusirumeute.

§. 187.

werden soll, da dieß, wie wir oben gesehen haben, die Hauptbediugungist, die jeder Zeitbestimmung dieser Art zu Grunde liegen muß. DieVerzeichnung der Schattenlimen aber wird bei diesen Uhren, je nach derStellung und Krümmung der Flächen, auf welchen sie verzeichnet werdensollen, für jede Uhr eine andere seyn.

Allein ohne uns hier in die oft sehr verwickelten Regeln einzulassen,die man bei der Construction einer solchen Uhr zu beobachten hat, wollenwir vielmehr ein Mittel suchen, die Horizontaluhr, die wir nach demVorhergehenden als bereits construirt, und mit der größten Sorgfaltausgeführt voraussetzen, auf jene ebene oder krumme Fläche aufzutragenoder gleichsam zu projiciren.

Zu diesem Zwecke wird man die bereits verfertigte, und zur größerenGenauigkeit in einem bedeutenderen Maaßstabe ausgeführte Horizontal-uhr auf einen festen Tisch unmittelbar vor jeuer Fläche, z. B. vor jenerWand anbringen, auf welcher man die neue Uhr verzeichnen will. Aufdiesem Tische stellt man dann die Tafel der Horizontaluhr, mittelst einerLibelle horizontal, und überdieß die Linie (Fig. 103 und 104) genauin die Mittagstinie, so daß der Punkt G nach Süd und der Punktgenau nach Nord steht. Am einfachsten wird mau dieß letzte, wenn mannicht schon eine verläßliche und genaue Pendel- oder Taschenuhr hat,erreichen, wenn man mit Hülfe des bereits oben erwähnten Gnomonsden Augenblick bemerkt, wo der Schatten der vertikalen Stange auf dasschon durch frühere Beobachtungen bekannte Zeichen des Mittags fällt,und wenn man, in diesem Augenblicke, die immer horizontale Tafel derUhr so dreht, daß der Schatten ihres Stiftes ey genau auf die Schat-tenlinie der zwölften «stunde der Horizontaluhr fällt.

In dieser Lage ist also die Horizontaluhr auf ihrem Tische voll-kommen orientirt. Verlängert man nun, etwa durch einen gespanntenFaden den Stiel et) der Horizvntaluhr, bis dieser Faden die Wand,auf welcher die neue Uhr verzeichnet werden soll, in einem Punkte Utrifft, so wird man in diesem Punkte U der Wand einen Stiel, z. B.eine Stange von Eisen so befestigen, daß er dem gespannten Faden ge-nau parallel wird. Da sonach dieser Stiel auch der Weltape parallel ist,so wird er der Stiel der neuen Uhr seyn.

Auf dieselbe Weise, wie man den Stiel der Horizontaluhr verlän-gert hat, wird man aber auch die Schattenlinien derselben verlängernkönnen, indem man nämlich den in O (Fig. 103 und 104) befestigtenFaden von seiner ersten Lage (X) abhebt, und ihn in die Lage (^, La),OV' . . der Schattenlinien der Horizontaluhr für 12, 11, 10 Uhr u. s. f.bringt, ihn in dieser Lage spannt, und die Punkte i-, r', i" . . der Wandbemerkt, in welchem der so gespannte Faden die Wand trifft. Verbin-det man dann diese Punkte r-, r^, i-" .. der Wand mit dem vorigenPunkte 15 derselben durch die geraden Linien 15i, I5i^, 15r" . ., so er-hält man sofort auch die Schattenlinien der neuen Uhr für 12,11,10..Uhr und sofort für jede andere Stunde des Tages.

Dieß setzt voraus, daß die Wand, auf welcher die neue Sonnenuhrverzeichnet werden soll, eine Ebene, z. B. die senkrechte Wand einesHauses oder die ebene Fläche irgend eines Daches ist, denn nur dannwerden schon zwei Punkte wie 15 und i- oder wie 15 und u. f. hinrei-chen, die gerade Linie, d. h. die Schattenlinie der Uhr zu bestimmen. Istaber diese Wand eine krumme Fläche, z. B. die Oberfläche eines cylin-drischen oder kegelförmigen Gebäudes, so sind die Schattenlinien einersolchen Wand nicht mehr gerade, sondern ebenfalls krumme Linien, zuderen Verzeichnung jene zwei Punkte nicht mehr hinreichen.

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