178. Beschreibung und Gebrauch der asironom. Instrumente. szy,
und jede dieser Linien, nach dem hier angezeigten Verfahren, hori-zontal stellt.
Dieses Verfahren ist zugleich das einfachste und sicherste, weil dabeidie oben erwähnten Schrauben, welche den Fuß oder den .Öaken der Li-belle verlängern oder verkürzen sollen, gar nicht weiter berührt werden.Diese Bewegung jener Schrauben soll nämlich, wo möglich, ganz vermie-den werden, weil dadurch das Gleichgewicht der einzelnen Theile gestört,und eine Spannung in der metallenen Fassung erzeugt wird, die sich, beiden neuen und sehr empfindlichen Libellen, oft nur spät erst herstellt,und dem Beobachter durch langes Warten zu viele Zeit raubt.
Man lieht, das; man auf diele Weise eine Ebene oder eine Are,selbst mittels eiiwr nicht rectificirten Libelle, horizontal stellen kann.Wenn aber der Fehler der Libelle, den man bei dem vorhergehendenVerfahren nicht weiter zu kennen braucht, zu groß ist, so wird die ge-fundene Zahl, die das Mittel aus den beiden gelesenen Zahlen ist, auchzu weit von der Mitte m der Eintheilung entfernt seyn, wie dieß inunserem Beispiele bereits der Fall ist, wo das gefundene Mittel oderdie Zahl IN um volle 15 Theilstriche von der Mitte der Eintheilung,die bei der Zahl 25 ist, entfernt steht. Solche Fälle muß man abervermeiden, weil die Krümmungen auch unserer besten Libellen, am Randederselben, nur selten vollkommen kreisförmig sind, und weil am Endejener Punkt so weit von der Mitte der Theilung wegrücken könnte, daßer unter die metallene Fassung der Röhre liegt, wo er gar nichtgesehen werden kann.
Sobald man also bemerkt, daß der Fehler der Libellen zu groß ist,so wird man ihn also folgende Weise verbessern können. — Man hängesie mit ihren Haken an die Rotationsaxe. Ist dann die Luftblase nichtin der Mitte der Theilung, so ist entweder die Are nicht horizontal,oder die Oberfläche der Libelle ist jener Are nicht parallel, d. h. die Li-belle ist nicht rectisizirt, oder endlich, was gewöhnlich der Fall seyn wird,beide, Axe und Libelle, sind fehlerhaft. Da man die Fehler eines jedender beiden Instrumente nicht kennt, so ist es das natürlichste, anzuneh-men , daß diese Fehler einander gleich seyn mögen. Man lasse daherden Mittelpunkt der Luftblase gegen den Mittelpunkt der Theilung hal-ben Weges durch die Schraube ^ (Fig. 10i) der Rotationsaxe und dieandere Hälfte des Weges durch die obenerwähnte Correctionsschraubedes Libellenhakens zurücklegen. Hat man durch beide Schrauben dieBlase in die Mitte der Theilung gebracht, so kehre man die Libelle um,so daß ihr östlicher Arm jeüt auf die Westseite der Rotationsaxe komme.Ist in dieser neuen Lage die Blase nicht in der Mitte, so verbessere manwieder, wie zuvor, die eine Hälfte des Fehlers durch die eine, und dieandere Hälfte durch die andere Schraube, und bringe sonach die Blasewieder in die Mitte der Theilung. Dann kehre man die Libelle wiederum. und wiederhole dieses Verfahren der halbgetheilten Correction lolange, bis die Luftblase der Libelle, in ihren beiden entgegengesetztenLagen, immer in der Mitte der Theilung genau eimpielt.
Dnreb dieses Verfahren wird, wie man sieht, die Drehungsaxe unddie Libelle znaleich reetificirt. Es wird übrigens nie nothwendig seyn,dasselbe so weit fortzusetzen, bis der Mittelpunkt der Bla,e m beidenLagen der Libelle genau auf den Mittelpunkt der Theilung fälle, da es,nach dem Vorhergehenden schon hinreiche, wenn beide Mittelpunkte nureinander nahe genug gebracht werden. Wenn z. B. die Bla>e in derersten Lage der Libelle 20, und in der zweiten Lage 20 zeigt, ,o wirdman, nach dem zuvor gezeigten Verfahren, bloy durch die Schraube
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