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§. is6—167. Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente. ggz
Äe . die mittlere Zeit, und diese letzte ist eS, in welcher die Astronomen ihreM, Beobachtungen vorzugsweise anzugeben pflegen.
Auf die>e Weise also verfuhren die älteren Astronomen, um für jedeihrer Beobachtuugen die Zeit derselben zu bestimmen. Tycho besonders,welcher der erste auf eine größere Schärfe in der Zeitbestimmung drang,bediente sich zu diesem Zwecke seiner großen, und für seine Zeit sehr ge-nauen Quadranten, durch welche er die Höhen der Sterne, also auch dieZeit selbst, bei jeder wichtigen Beobachtung, mit viel größerer Präcistonbestimmte, als es durch Hülfe der Armillarsphären möglich gewesen wäre.
166. (Zeitbestimmung der neiieren Astronomen.) Man steht, wiebeschwerlich und zeitraubend dieses Geschäft der älteren Astronomen ge-wesen ist. Jede Beobachtung, die sie machten, war eigentlich eine dop-pelte, nämlich zuerst die eigentliche Beobachtung selbst, z. B. die Finster-niß an einem Instrumente, und dann, an dem anderen Instrumente, dieBestimmung der Zeit dieser Beobachtung, welche letztere, wenn sie genauseyn sollte, umständliche Rechnungen erforderte, und überdieß noch indemselben Augenblicke mit jener augestellt werden sollte, wodurch nichtnur zwei Instrumente, sondern auch zwei Beobachter nothwendig wurden.
Und dieses Uebel konnte so lange nicht vermieden werden, als mankein Mittel hatte, größere Intervalle der Zeit in kleinere und gleicheTheile zu theilen. Ein solches Mittel konnte man aber nur in eineranderen Gattung von Instrumenten finden, welche, so wie die Zeit selbst,eine regelmäßige und völlig gleichförmige Bewegung zeigten. Diese In-strumente sind aber unsere Uhren, von welchen wir später umständlichsprechen werden. Hier wollen wir nur voraussetzen, daß eine solche Uhrvon einem Mittag zum anderen durch einige Tage regelmäßig fortgehe,und den Ablauf jeder Stunde, Minute und Sekunde genau anzeige.
MitHülfe einer solchen Uhralso war es nun nicht mehr nothwendig, beijeder Finsterniß oder bei der Beobachtung jeder anderen Erscheinung desHimmels auch zugleich die Zeit dieser Beobachtung zu bestimmen, sondernes war schon genug, diese Uhr nur jeden Mittag mit der Sonne^ odermit der großen Himmelsuhr zu vergleichen, und dann bloß den Standder Uhr im Augenblicke jener Beobachtung abzulesen, um daraus auchsofort die wahre Zeit jener Beobachtung zu finden.
§. 167. (Eorrespondirende Höhen zu Zeitbestimmungen.) Wie findetman aber den Augenblick des Mittags eines jeden Tages, damit man,wie in §. 166 vorausgesetzt wurde, den Fehler der Uhr für jeden Mittagbestimmen kann?
Man könnte dazu das oben gegebene Verfahren, die Zeit überhauptzu bestimmen, auch hier wieder benutzen, und mit dem Fernrohre desQuadranten die Sonne so lange verfolgen, bis sie ihre größte Höhe überdem Horizonte erreicht, wo sie also in dem Felde des Fernrohrs nichtmehr steigt, sondern eben zu fallen anfängt. Aber dieses Verfahren würdesehr unverläßlich seyn, und man würde dadurch wohl nie die Zeit miteiniger Schärfe bestimmen, da man sie doch, nach den Bedürfnissen derneuern Astronomie, bis auf eine Sekunde, ja selbst bis auf das Zehntheileiner Sekunde genau zu kennen braucht. Die Sonne und überhaupt alleGestirne verändern nämlich, wenn sie dem Meridian, ihrem Mittage,nahe kommen, ihre Höhe sehr langsam, und in dem Meridian selbsteinige Zeit gar nicht, so daß es daher sehr zweckwidrig seyn würde, ausdiesen Höhenänderungen, die so äußerst klein sind, die Zeit des Mittagsoder den Augenblick der größten von allen diesen Höhen bestimmen zuwollen. Je weiter aber die Gestirne von dem Meridian entfernt sind,desto schneller ist diese Höhenänderung, und am schnellsten ist sie dann,