ßig Andere merkwürdige Folgen d. Störungen d. Plan. §. 122-12z.
großen Axe periodischen Abwechslungen unterworfen seyn würde, die sichmit jedem Umlaufe des Kometen um die Sonne wieder herstellen. Dieseimmerwährende Abnahme der großen Axe würde daher eine beständigeAnnäherung des Kometen zur Sonne und ein endliches Zusammenfallenbeider Körper zur Folge haben. Encke hat bei dem nach ihm benanntenKometen von 1200 Tagen Umlaufszeit in der That eine solche Verkür-zung der Revolution bemerkt und dadurch Veranlassung gegeben, aufdiesen bisher ganz vernachlässigten Gegenstand in der Folge eine größereAufmerksamkeit zu wenden.
§. 122. (Unveränderliche Gegenstände des Sonnensystems.) Wir habenbisher gesehen, wie durch die Wirkung der allen Körpern unseres Son-nensystems gemeinsamen Anziehung keiner derselben in absoluter Ruhe,wie vielmehr alles in gegenseitiger, oft durch viele Ursachen zugleich man-nigfaltig modistcirter Bewegung sich befindet; wie die Ebenen, auf wellNewir alle Lagen der himmlischen Körper beziehen, die Ekliptik und derAeguator, ja wie selbst die Punkte dieser Ebenen, von welchen wir dieseLagen zu zählen anfangen, die Aequinoctialpunkte der Himmelssphäre,ähnlichen immerwährenden Aenderungen unterliegen. Zwar sind wir da-hin gelangt, von allen diesen Veränderungen strenge Rechenschaft zu ge-ben und zu zeigen, daß diese bloß scheinbaren Unordnungen nur eineFolge, ein unmittelbarer AuSflnß desselben Gesetzes der allgemeinenSchwere sind. Aber je schwerer die Aufgabe ist, deren Lösung hier dermenschliche Geist durch die Hülfe der Analyse unternommen und in ih-ren Hauptpunkten wenigstens glücklich zu Ende geführt hat; je größerund verworrener das Gewühl aller dieser beinahe unübersehbaren Körperist, das uns von allen Seiten umgibt, desto wünschenSwerther muß esuns erscheinen, in diesen zahllosen und sich so wunderbar durchkreuzendenBewegungen wenigstens einige Punkte aufzufinden, die an dem ewigenWechsel keinen Theil nehmen, die mitten in diesem beständig auf undnieder wogenden Meere in absoluter Ruhe bleiben, und an die wir da-her, als an fixe Punkte, alle anderen anknüpfen und die Bewegungenderselben davon abmessen können.
Wir kennen bisher drei solcher constanten, und, wie es scheint, fürimmerwährende Zeiten unveränderlichen Dinge: die Stabilität der Dre-hungSaxe der Erde, die Länge des Tages und die mittlere Entfernungder Erde und aller Planeten von der Sonne. Wir wollen diese drei Ge-genstände nach der Reihe näher betrachten.
§. 123. (I. Unveränderlichkeit der Erdaxe.) Die Tiefe unserer Meerebeträgt, den darüber angestellten Versuchen zu Folge, nur einen sehr ge-ringen Theil des Halbmessers der Erde, wie auch schon daraus hervor-geht, .daß dasselbe so große Strecken des Festlandes unbedeckt gelassenhat. Mau wird ohne merklichen Fehler annehmen können, daß der Bo-den des Meeres nahe eben so tief unter dem Spiegel des Wassers liegt,als das höchste Festland über demselben steht, eine Größe, die nahe30U00 Fuß beträgt, also selbst noch ein kleiner Theil der Abplattung ist,die über drei Meilen oder gegen 7N0V0 Fuß hat. Obschon es sehr wahr-scheinlich ist, daß dieses Meer, in der Vorzeit wenigstens, zuweilen einengroßen Theil des Eontinents bedeckt hat, wie die auf den höchsten Ber-gen zurückgelassenen Spuren desselben zeigen, so konnte dasselbe doch ebenwegen seiner geringen Tiefe, oft große Strecken bedecken und wieder ver-lassen, ohne jene gewaltsamen Revolutionen anzunehmen, für welche meh-rere unserer Geologen sogar eine Versetzung des Aeguators in die Gegen-den, welche jetzt die Pole einnehmen, zu .Hülfe gerufen haben. Man