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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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614 Andere merkwürdige Folgen d. Störungen d. Plan. §. 113i»s.

Oberfläche der Erde an dem äußersten Rande des Mondes auch andereFlecken sehen, als der Antipode desselben. HAllein alle diese, übrigenssehr geringen Veränderungen, die man die scheinbaren Vibratio-nen des Mondes nennt, haben ihren Grund nur in unserer Stellunggegen denselben und sind daher bloß als optische Erscheinungen zu be-trachten, die mit den Bewegungen des Mondes selbst in keinem unmit-telbaren Zusammenhange stehen. Die erste dieser Vibrationen, in derLänge, kann, aus dem Mittelpunkte des Mondes gesehen, höchstens 8Grade, die Libration der Breite 6.8° und endlich die dritte oder die Li-bration der Parallaxe einen Grad betragen.

H. 118. (Sanitäre Aenderungen der Rotation des Mondes.) Wir wer-den daher annehmen müssen, daß die Rotation des Mondes um seineAxe der mittleren Bewegung desselben um die Erde vollkommen gleichist. Allein welcher mittleren? Denn wir haben oben (I. H. 171) gese-hen, daß diese mittlere Bewegung des Mondes selbst wieder veränderlichist, indem sie seit mehr als 20000 Jahren immer zugenommen hat und naheeben so lange noch zunehmen, dann aber wieder allmählig langsamerwerden wird. Wenn daher die Rotation des Mondes eine für alle Zei-ten unveränderliche Große wäre, wie dieß bei der Erde und den Plane-ten in der That der Fall ist, so müßte sie in der Folge der Jahrhun-derte schon längst von der Revolution dieses Satelliten verschieden ge-worden seyn, und wir würden daher schon seit Jahrtausenden einen gro-ßen Theil der von uns noch immer abgewendeten Hemisphäre desselbenzu Gesichte bekommen haben. Da dieß gegen die Erfahrung ist, so mußman annehmen, daß auch die Notation des Mondes einer ähnlichen säcu-lären Veränderung, wie die Revolution, unterworfen sey. Weil aberauf der andern Seite jede freie Notation eines Körpers ihrer Naturnach nicht anders, als gleichförmig seyn kann, so muß es eine besondereäußere Kraft geben, die auf den Mond einwirkt und ihn zwingt, jedenAugenblick der Erde dieselbe Seite unverwandt zuzukehren.

H. 119. (Ursache dieser Erscheinungen.) Diese Kraft kann aber offen-bar nur in der Erde liegen. Nimmt man, wie dieß sehr wahrscheinlichist, an, daß der Mond zur Zeit seiner Entstehung ein flüssiger Körperwar, so wird die Erde, wegen ihrer großen Nähe, den ihr nächstenPunkt, d. h. den Mittelpunkt der uns sichtbaren Scheibe des Mondes,unter allen am stärksten angezogen, und so sich diesen Punkt noch mehrgenähert haben. Dadurch erhielt die Oberfläche dieses Satelliten die Ge-stalt eines Ellipsoids, dessen kleinste Axe die Rotationsaxe, und dessengrötzte gegen die Erde gekehrt war. Es ist äußerst unwahrscheinlich, daßder primitive Stoß, welcher dem Monde (H. 55) seine Bewegung gab,genau eme solche Beschaffenheit hatte, wodurch die drehende und die fort-schreitende Bewegung desselben einander ganz gleich geworden wären.Allein unter der Voraussetzung, daß die große Axe des Mvndsphäroidsursprünglich gegen die Erde gerichtet war, ist es schon hinlänglich, diesebeiden Bewegungen nur nicht Zu sehr verschieden anzunehmen, um darausjene Erscheinung der Gleichheit beider Bewegungen zu erklären. Wennnämlich auch diese große Axe des Mondes jeden Augenblick von der Rich-tung nach dem Mittelpunkt der Erde sich zu entfernen strebt, so wird siedoch durch die Anziehung der Erde selbst immer wieder in ihre frühereLage zurückgebracht werden, so wie z. B. die Schwere der Erde ein inBewegung begriffenes Pendel, so oft es sich von seiner Verticallinie ent-fernt, immer wieder zu derselben zurückführt. Durch diese Attractionder Erde entsteht also eine Art von wahrer, nicht bloß scheinbarer Vi-bration des Mondes, die aber sehr gering seyn muß, da unsere Beob-