Säculäre Störungen. §. 95—96.
bahn geaen die Ekliptik immer zwischen den Kränzen I°l7^ und 2"3^,und die der Saturnsbahn zwischen 0"47' und 2"33' enthalten, aber diePerioden, in welchen diese Größen von einer Gränze zur andern überge-ben, schließen eine große Anzahl von Jahrhunderten, nahe 25000 Jahre,in lieb, und beide werden erst von unsern spätern Nachkommen mit dernöthigen Schärfe bestimmt werden können.
05. (Säeuläre Störungen der Apsidenlinie.) Nachdem wir so dieAenderungen beider Elemente, durch welche die Lage der Planetenbahnenim Weltraume bestimmt wird, kennen gelernt haben, wollen wir nunauch diejenigen Störungen betrachten, welche die Epcentricitäten, dieLage der großen Aren der Ellipsen, und endlich die Größe dieser Arenselbst erleiden.
Die Aenderung der Lage der großen Apen oder der Länge der Apsi-den hat das Eigenthümliche, daß sie, und zwar sie allein, nicht in be-stimmte Gränzen eingeschlosien ist, zwischen welchen sie periodisch auf undnieder gehen, sondern daß sie mit der Zeit immerwährend nach derselbenSeite fortschreiten und endlich die ganze Peripherie des Kreises, odervolle 360 Grade zurücklegen. Die folgende Tafel gibt die tropische säcu-läre Bewegung des PeriHeliums der älteren Planeten, die bei allen di-rekt oder von West nach Ost gerichtet ist.
Merkur . . 5604.7
Venus . . . 4753.3
Erde . . . 6200.0
Mars . . . 6603.6
Jupiter . . 5685.0
Saturn . . 6958.2
Uranus . . 5260.5.
Snbtrahirt man von diesen Zahlen die säculäre Präcession 502t.I",so erdält man die eigentliche oder st den sehe Bewegung der Apsiden inmindert Jahren, die also bei Merkur 583.6J und bei der Erde 1170.8"betragt , und die ebenfalls bei allen Planeten, Venus allein ausgenom-,men, direct ist. Nach dieser Tafel fiel das PeriHelium der Erdbahn naheum das Jahr 4400 vor Christi Geburt mit dem Frühlings-Nachtgleichen-punkte zusammen, und es ist immer merkwürdig, daß die meisten Chro-nologen die Entstehung der Erde in dieselbe Zeit gesetzt haben. Um dasJahr 4 250 nach Christus machte die große Are der Erdbahn mit der Linieder Nachtgleichen einen rechten Winkel, und im Anfange des Utten Jahr-hunderts fiel das PeriHelium der Erdbahn nahe mit der Linie des Win-rersolstitiums zusammen. Die näheren Folgen dieser Bewegung der Ap-sidenlinie wurde schon oben (I. H. 452) angeführt. Hier wollen wir nurnoch bemerken, daß die Lage der großen Are einer Planetenbahn, we-nigstens so lange die Epceutricirät derselben nur gering ist, weder aufihren eigenen, noch auf die anderen Planeten irgend einen wesentlichenEinfluß äußern kann, und daß es daher im Allgemeinen gleichgültig ist,nach welchem Punkte des Himmels dieselbe gerichtet ist. Dieß ist wahr-scheinlich auch die Ursache, warum die Bewegung derselben in keineGränzen eingeschlossen ist, sondern sich mit der Zeit über alle Punkte ih-res Umkreises verbreitet.
H. '96. (Säculäre Störung der Excentricität.) Nicht so mag es sichaber mit der Größe der E.rcentricität dieser elliptischen Bahnen verhal-ten , da von dieser die mittlere Temperatur der Oberfläche der Planeten,und die Größe der Variation der Jahreszeiten abhängt. Man kanndurch eine einfache Rechnung zeigen, daß der mittlere Betrag der Er-