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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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583
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§. 77. Periodische Störungen. ' gs»

dern. Diese Störungen werden aber offenbar nur von den Orten derbeiden Planeten in ihren Bahnen, oder von ihren gegenseitigen Stel-lungen abhängen, und da diese Stellungen nach einigen Umläufen beiderPlaneten immer wieder dieselben seyn muffen, so werden auch die davonabhängigen Störungen in bestimmten Perioden wiederkehren, aus wel-cher Ursache man sie auch die periodischen Störungen genannt hat.

Allein man sieht leichr, daß diese, bloß von ihren gegenseitigenStellungen abhängenden Aenderungen der Planeten in ihren Bahnenendlich auch auf die>e Bahnen selbst einen Einfluß äußern, und daßdadurch die Gestalt, die Lage, und vielleicht selbst die Größe dieser Bah-nen Aenderungen erleiden werden. Diese Aenderung der Jupitersbahnz. B. in jeder gegebenen Zeit, wird aber nicht mehr, wie zuvor von derStellung des diesem Planeten zunächst stehenden Mars oder Saturn inderselben Zeit, ivndern sie wird vielmehr von dem Complex aller Stel-lungen der auf Jupiter wirkenden Planeten seit mehreren Jahrhunder-ten, d. h. sie wird von der Lage aller übrigen Planetenbahnen ge-gen die Jupitersbahn abhängen. Diese Lagen sind nun, wie wir baldnäher sehen werden, ebenfalls veränderlich, und selbst in gewissen ob-gleich sehr langen Zeiträumen, wiederkehrend, daher also auch dieseStörungen, die sich nicht auf den gestörten Planeten selbst, sondern nurans die Elemente seiner Bahn beziehen, zwar auch im Allgemeinen inPerioden, aber in sehr lange, mehrere Jahrtausende umfassende Perio-den eingeschlossen seyn werden, und aus dieser Ursache, zum Unterschiedemit den zuerst betrachteten, hat man sie seculäre Störungen genannt.

Beide Gattungen von Perturbationen haben die Astronomen durchRechnungen, von welchen wir hier keine nähere Anzeige geben können,entwickelt und dadurch den Planetentafeln eine Genauigkeit gegeben,die bis auf wenige Secunden mit den besten Beobachtungen überein-stimmt, während man früher, wo man diese Störungen noch nichtkannte, oft viele Minuten von Unterschieden zwischen der Theorie undder Beobachtung gefunden hatte. Auf diese Weise ist es ihnen gelun-gen, die verwickelten Erscheinungen des Himmels mit einer überraschen-den Präcision darzustellen und alle ohne Ausnahme aus dem einzigenund einfache» Gesetze der allgemeinen Schwere abzuleiten. Denn weitentfernt, diese Störungen, wie ihre Benennung zu sagen scheint, alsAusnahmen von der allgemeinen Regel oder als wahre Unordnungendes Sonnensystems zu betrachten, ist vielmehr jede derselben nur eineneue Bestätigung jenes großen Gesetzes geworden, dem alle Körper desHimmels, selbst in ihren scheinbaren Abweichungen von demselben, instiller Unterwerfung gehorchen.

tz. 77. (Periodische Störungen des Mondes.) Wir wollen nun zuerstdie periodischen Störungen der Planeten, und unter ihnen besonders diedes Mondes betrachten, weil diese uns zunächst angehen und sich durchihre Größe vor allen andern auszeichnen, dalier auch mehrere von ihnen,tz'lbft von den alten Griechen schon bemerkt worden sind, objchvn esihnen unmöglich war, die Ursache derselben anzugeben.

Die elliptische Bahn der Erde, und der Ort der Erde selbst in die-ser Bahn wird von den sie zunächst umgebenden Planeten nur sehr we-nig gestört. Im ungünstigsten Falle kann dieser Ort der Erde in seinerPahn nur um 40 Secunden, und ihre Entfernung von der Sonne kaumum den zehntausendsten Theil ihrer mittleren Distanz von derselben ver-rückt werden. Die Ursache davon liegt, wie bereits im vorhergehendenKapitel bemerkt wurde, vorzüglich in den geringen Maßen der störendenPlaneten und in den großen Entfernungen, um welche sie von der Erde