Periodische Störungen. . §. ?v.
der längst verflossenen Jahrhunderte in ihren ersten Ursachen entschleiert,und es hat uns endlich selbst die Zukunft entschleiern und Phänomenebestimmen lassen, die sich erst in der späten Folgezeit zutragen werden,und die wir jetzt mit Gewißheit voraussagen können, obschon sie uns,ohne dieses Hülfsmittel, ohne dieses Fernrohr unseres geistigen Auges,vielleicht ewig verborgen geblieben wären.
Uebrigens, wer von uns diese Annäherung zur Wahrheit verschmäht,wer Wahrheit, reine Wahrheit selbst fordert — in welcher anderenmenschlichen Erkenntniß kann er sich denn wohl des Besitzes diesesKleinods rühmen? Alle unsere sogenannten menschlichen Wahrheiten,was sind sie anders, als Annäherungen — ja oft noch sehr unvollkom-mene Annäherungen zu einem Ziele, das noch kein Sterblicher erreichthat. Man pflegt gewöhnlich die Mathematik anzuführen, um zu be-weisen, daß uns wenigstens in Einem Felde unseres Wissens die Er-kenntniß der Wahrheit nicht versagte seyn soll. Allein, ohne von denersten Grundsätzen zu sprechen, auf denen doch das ganze Gebäude dieserWissenschaft errichtet ist, sind die Mittel, deren sie sich bedient, ihre so-genannten Wahrheiten zu finden, sind die Zahlen selbst, mit denenwir rechnen, etwas anderes, als bloße Annäherung zu den wahren Zah-len, mit denen wir gerne rechnen möchten, ohne es zu können? Welchessind z. B. die Zahlen, die, mit sich selbst multiplicirt, zwei oder dreigeben? — Wir wissen es nickt. Wir können sie wohl, aber nur nähe-rungsweise, angeben; sie selbst erreichen aber können wir nie. Unseregrößten und besten Logarithmen-Tafeln, dieselben, welche die Astronomenbei allen ihren Rechnungen brauchen, und welche auch Andere brauchenwürden, wenn sie ihren eigenen Vortheil besser verstünden, diese Tafelnenthalten über viermalhunderttausend Zahlen, und von ihnen allen stndkaum zwanzig richtig oder völlig genau bekannt, während alle übrigenbloß annähernd, bloß beinahe wahr sind, und doch beruhen auf ihnen,als auf der einzig möglichen Basis, alle unsere Berechnungen des Him-mels und der Erde.
Nachdem wir so die Störungen, welche die Planeten von ihrer ge-genseitigen Anziehung erleiden, im Allgemeinen betrachtet haben, wollenwir nun die merkwürdigsten derselben etwas näher untersuchen.
Kapitel VI.
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eriodi tche Störungen.
tz. 76. (Zwei Klassen dieser Störungen.) Die Anziehung, welche diePlaneten unter einander erleiden, wird sich zunächst in den Orten dieserKörper selbst äußern, indem sich dadurch die Längen und Breiten so wiedie Entfernungen derselben von der Sonne, also auch von der Erde än-