«l
l!"
580
Störungen der Planeten überhaupt. §. ?z.
ob die ganze Masse dieser Kugel in ihrem Mittelpunkte vereiniget wäre.
ihi
Hl h ^
ll! ^
Umänderung unseres ganzen Sonnensystems hervorbringen könnten. Al-lein die Jupitersbahn ist weit entfernt, eine für das Ganze so verderb-liche Gestalt zu haben, da ihre Excentricität noch nicht der fünfhundertsteTheil ihrer Halbaxe ist. Selbst die Merkursbahn, die unter den Bah-nen der älteren Planeten am meisten abgeplattet ist, hat eine Excentri-cität, die nur den fünften Theil ihrer Halbaxe beträgt, und nahe dasselbebemerkt man auch bei den beiden neuen Planeten Pallas und Juno.
Diese drei Planeten sind überdieß alle sehr klein, und der erste ist nochder Sonne so nahe, daß sich von ihm keine bedeutende Störungen be- ss
fürchten lallen.
Eben so ist es mit den Neigungen der Bahnen gegen die Ecliptik.
Wenn alle diese Bahnen genau in der Ecliptik lägen, so würden sieunter sich selbst die Lagen dieser Bahnen offenbar gar nicht, also auchim Gegentheile desto mehr verrücken, unter je größeren Winkeln sie gegeneinander geneigt wären. Allein auch dieser Fall hat in unserem Plane-tensysteme nicht statt, wo alle ältere Planetenbahnen höchstens einenWinkel von drei Graden unter einander bilden, wieder Merkur und dieneueren Planeten ausgenommen, von welchen der erste eine Neigungvon sieben, und Pallas sogar eine von fünfunddreißig Graden hat, dieaber dessenungeachtet, aus der bereits angegebenen Ursache, keinen schäd-lichen Einfluß auf die übrigen Planeten äußern können.
tz. 73. (IV. Große Entfernungen der Planeten unter einander.) End-lich sind auch die Räume, welche die Planeten von einander trennen, soungemein groß gegen diese Körper selbst, daß die Anziehung, welche siegegen einander ausüben, schon aus diesem Grunde allein nicht andersals sehr gering seyn kann. Die so weit präponderirende Masse derSonne, die kleinen Exceutricitäten und Neigungen der Planetenbahnen,und die großen Distanzen, in welchen diese Körper sich bewegen, allediese Umstände sind also eben so viele Ursachen, warum die Störungen,welche die Planeten von einander leiden, an sich selbst immer nur sehrgering sind, und uns überdieß, wegen ihrer großen Entfernungen vonuns, noch geringer erscheinen. Durch diese günstigen Verhältnisse ist es ^ j
uns also möglich geworden, die Auflistung jenes großen Problems, derBestimmung dieser Störungen durch unmittelbare Berechnung, zu finden,aber, wie man schon aus diesen Hülfsmitteln selbst sieht, nicht diestrenge, allgemeine, sondern nur eine genäherte Auflösung des Pro-blemes, aber doch auch wieder so weit genähert, als es nur immer vondem gegenwärtigen Zustande der Analysis und der Beobachtungskunstselbst gefordert werden kann. Da es nämlich, auch selbst unter diesergünstigen Verhältnissen, noch immer unmöglich wäre, die wahren Werthedieser Störungen in sogenannten geschlossenen analytischen Ausdrücken ^ >
anzugeben, sö hat man dieselben, was viel leichter ist, und in allen Fäl- ss
len angeht, in unendliche Reihen entwickelt, welche nach den natürlichen bss
Potenzen der störenden Massen, der Excentricitäten und Neigungen fort- »tr
schreiten. Da aber diese drei Größen, wie so eben gezeigt worden ist,sehr klein sind, so werden auch die Glieder dieser Reihen immer kleiner,je weiter man in ihnen fortgeht, und man kann sich in den meistenFällen, ohne einen merkbaren Fehler, mit dem ersten, oder doch mitden beiden ersten dieser Glieder begnügen. )
Bemerken wir noch den hier sehr wesentlichen Umstand, daß diePlaneten alle sehr nahe die Gestalt einer Kugel haben, und daß dasNewton'sche Gesetz die ihm ausschließend zukommende Eigenschaft hat, -daß jede Kugel alle außer ihr befindliche Körper genau so anzieht, als
nl, 'r
s l>A
l.
dj
>e