Allgemeine Schwere. > §. zz.
Was sollen wir aus dieser merkwürdigen Uebereinstimmung schlie-
v Offenbar, daß, wenn zwei Kräfte auf einen Körper wirken,jede derselben die gleiche Veränderung in ihm hervorbringt, die sie her-vorgebracht haben würde, wenn sie allein auf ihn gewirkt hätte, oderwenn die andere gar nicht da gewesen wäre. Vermöge des Wurfes derHand geht der Stein in der Richtung dieses Wurfes m derselben geraden>liuie sort, die er beschreiben würde, wenn die Erde keine anziehendeKraft Härte. Und vermöge dieser letzten Kraft fällt er ganz eben so insenkrechter Richtung zur Erde, als er gefallen seyn würde, wenn jenerWurf der Hand nicht Statt gehabt hätte, sondern wenn der Stein nuraus der ruhenden Hand gefallen wäre. Beide Kräfte zusammen aberbewirken die krummlinige Bahn dieses Steines, deren jedes noch sokleine Theilchen, jedes Element, aus dem Elemente dieser geraden Wurf-linie und aus dem Elemente jener senkrechten Falllinie zusammenge-setzt ist.^
Dayelbe wird also auch von dem Monde gelten und unmittelbarauf ihn angewendet werden können. Die gerade Linie, in welcher ersich vermöge seiner ursprünglichen Wurfkraft zu bewegen sucht, wird dieauf den Halbmeyer seines Kreises senkrechte Tangente seyn, in welcherer jeden Augenblick von der Erde fortgehen will und auch in der Thatfortgehen würde, wenn die Anziehung der Erde ihn nicht zurückhielte.Und diese Anziehung der Erde wird wieder die kleine gerade Linie seyn,um welche er, indem er die Richtung jener Tangente verläßt, in jederSecunde der Erde näher rückt oder eigentlich zu ihr hinfällt.
. Welches ist aber diese letzte gerade Linie, um welche sich der Mondin jeder Secunde der Erde nähert? —
H. 32. (Anwendung des Vorhergehenden auf den Mond.) Sey S Lig.87 der Mittelpunkt der Erde, und zugleich jener der Mondesbahn K.ÜII).Indem der Mittelpunkt des Mondes diesen Punkt K seiner Bahnverläßt, um seinen Weg fortzusetzen, wird er, wenn keine andere Kraftauf ihn wirkte, nicht anders, als in der Richtung, die er bei seinerAnkunft in .4. hatte, d. h. er wird in der geradlinigen Tangente KIZseiner Bahn, die auf seiner Entfernung senkrecht steht, fortgehen.Allein da er zugleich von der Erde angezogen wird, so kann er, am Endeder ersten Secunde, nicht in dem Punkte 15 dieser Tangente, sondern ermuß in irgend einem der Erde (5 nähern Punkte, nämlich in dem PunkteZl seiner kreisförmigen Bahn seyn, ganz eben so, wie vorhin die Kugelder ihr gegenüberstehenden Wand nicht in dem" horizontalen Visirpunkte,sondern in einem anderen, tieferen Punkte begegnete. Auf dieselbeWeise begegnet also auch jetzt der Mond dem ihm gegenüberstehendenHalbmeyer <515 oder dieser seiner Wand nicht in dem Visirpunkte L,sondern in dem der Erde nähern Punkte N, und die Distanz dieser bei-den Punkte, das heißt die kleine Linie Lül ist es, um welche der Mondin der ersten Secunde, seit er von K ausging, zur Erde fiel, und umwelche er auch in der That schon von dem Punkte V aus gefallen seynwürde, wenn bloß die Anziehung der Erde, ohne jene Wurftraft, aufihn gewirkt hätte.
Diese kleine Linie Vül also, die den eigentlichen Fall des Mondeszur Erde während jeder Secunde ausdrückt, diese ist es, deren Großewir nnn bestimmen sollen, um zu sehen, ob sie mit derjenigen überein-stimmt, die wir oben aus unserer Voraussetzung abgeleitet haben, wowir fanden, daß der Mond rn jeder Secunde um y.yy4l4 Fuß zur Erdefallen soll.
Allein wie soll mau diese Größe LÜI finden ? — Wir kennen von