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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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534
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AZ4 Allgemeine Schwere. §. 26.

Die nähere Untersuchung des Gegenstandes forderte aber drei Dinge,die zuerst bekannt seyn mußten: I. die Art, auf welche jene Kraft wirkt.!?. die Kenntniß der Umlaufszeit des Mondes und !U. die der wahrenGroße der Erde.

§. 26. (I. Wie die Attraktion wirkt.) Das Erste, was Newton ken-nen mußte, war die Art, auf welche diese Kraft der Erde, wenn sieüberhaupt exiftirt, auf nahe und ferne Gegenstände wirken soll. An derOberfläche der Erde fallen die Körper, wie die Beobachtungen zeigen,in der ersten Secunde durch 15, (genauer durch I5.0S8) Par. Fuß, undman kann annehmen, daß diese Größe dieselbe ist für alle Orte derOberfläche der Erde, und selbst für alle Höhen und Tiefen, zu welchenwir noch gelangen können. Diese Beständigkeit der Kraft der Erde würdeeinen schwächeren Kopf verleitet haben, die ganze Untersuchung gleichanfangs wieder aufzugeben. Wenn diese Kraft in der Höhe einer deut-schen Meile über der Erde, und so hoch sind beinahe die größten Berge,die wir kennen, noch immer dieselbe, wie an der Oberfläche der Erde ist,so scheint sie überhaupt in allen Entfernungen dieselbe zu bleiben. AlleinNewton ließ sich dadurch nicht irre machen, da er zu sehr davon über-zeugt war, daß diese Kraft in größeren Entfernungen immer kleiner wer-den müsse. Vielmehr bestärkte ihn dieß in seiner Vermuthung. Dennwenn die Kraft der Erde, selbst in der Entfernung einer Meile, nochimmer dieselbe zu seyn scheint, so muß sie eine sehr starke Kraft seyn,so muß sie, da sie nun einmal nicht immer dieselbe bleiben kann, nursehr langsam abnehmen, so muß sie am Ende selbst noch in der Gegenddes Mondes groß genug seyn, um dort, um an diesem Himmelskörpernoch bemerkbare Veränderungen hervorzubringen, und eben diese Verän-derungen waren es, die er suchte.

Man kann sich aber diese Anziehungskrast der Erde nicht wohl an-ders vorstellen, als durch einen Strahlen- oder Seilen-Büschel, desseneinzelne Linien alle aus dem Mittelpunkte der Erde auskaufen, wie etwadie Strahlen eines Lichtes, das in dem Mittelpunkte dieser Erde seinenSitz hat. Denkt man sich eine hohle Kugelfläche, deren Halbmesser z. B.160 Fuß beträgt, und deren Mittelpunkt mit jenem der Erde zusammen-fällt, so würd die innere Fläche dieser Kugelschaale von jenem Lichte miteiner genügen Stärke beleuchtet werden. Wenn aber der Halbmesser die-ser Kugel noch einmal so groß, also gleich 200 Fuß wäre, so wird diesezweite hohle Kugelschaale in ihrem Innern von demselben Lichte offenbarschwächer beleuchtet werden. Zwar fällt alles Licht, welches früher diekleinere Kugel beschien, jetzt auch auf die größere; aber da die Ober-fläche der zweiten viel größer ist. als die der ersten, so werden die aufdie zweite Kugel fallenden Strahlen, da sie divcrgirend von dem Mittel-punkte ausgehen, auch viel weiter von einander entfernt seyn, d. h. mitandern Worten, die zweite Kugel wird von demselben Lichte schwächererleuchtet werden, als die erste, und zwar genau um so viel schwächer,als die Oberfläche dieser zweiten Kugel größer ist, als die Oberfläche derersten. Da sich aber die Oberfläche der Kugeln bekanntlich wie die Qua-drate ihrer Halbmesser verhalten, so wird die Fläche der zweiten Kugel,deren Halbmesser 2mal so groß ist, als jener der ersten, auch 2maloder 4mal schwächer erleuchtet werden. Eben so wird für eine Kugelvon einem 3mal so großen Halbmeger, als die erste, die Beleuchtung3mal 3 oder 9mal schwächer seyn, für einen 4mal so großen HalbmesserI6mal schwächer u. s. w., kurz, die Beleuchtung wird abnehmen, wiedas Quadrat der Entfernung zunimmt, oder, was dasselbe ist, die Be-leuchtung dieser innern Kugelschaale, in jedem einzelnen Punkte ihrer