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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
531
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§. 2Z. Allgemeine Schwere. zz,

Astronomie» I^,iio!aien, die im Jahre Z64S erschien, bereits den Satzauf, daß die Kraft, mit welcher die Sonne auf die Planeten wirkt, sichverkehrt wie das Quadrat der Entfernung der Planeten von der Sonneverhalte. Dieß war im Grunde Newton's Basis, aber da es nur alseine Hypothese vorgetragen und durch keine Beweise unterstützt war,so blieb es ohne weitere Holgen und wurde bald darauf wieder verges-sen. Borelli's Werk über die Satelliten Jupiters, das im Jahre 1666erschien, stellte ^ebenfalls die Ansicht ans,daß die Bewegungen der Pla-neten um die Sonne nach denselben Gesetzen vor sich gehen müssen, nachwelchen sich diese Satelliten in ihren Bahnen um ihren Hauptplanetenbewegen, und nach welchen zugleich der Mond um unsere Erde geht."Eine eben so wichtige als richtige Bemerkung, die aber, aus derselbenUrsache, ohne Früchte zu tragen, wieder verloren ging.

Noch näher trat der Sache Robert Hooke, Newton's Zeitgenosse undG egner, ein erfindungsreicher Kopf, der schon in demselben Jahre, 1666,der königl. Akademie in London eine Abhandlung über die Abnahme derSchwere der Körper nr verschiedenen Höhen über der Erde vorgetragenhatte. Im Mai desielben Jahres las er in dieser Akademie eine Ab-handlung über die Bewegung der Planeten um die Sonne, in welcherer die Entstehung der krummen Bahnen der Planeten durch die Verbin-dung einer constanten Tangentialkraft dieser Himmelskörper mit einerveränderlichen Centrifugalkraft der Sonne zu erklären suchte. In einerim Jahre 1674 von ihm herausgegebenen Schrift stellt er die Sätze auf,daß alle Himmelskörper eine gegen ihren Mittelpunkt gerichtete Anzie-hungskraft haben, wodurch sie nicht nur auf ihre eigenen Elemente, son-dern auch auf alle anderen Körper außer ihnen wirken; daß die anzie-henden Kräfte desto stärker sind, je näher die angezogenen Körperstehen" u. f. w.

Allein alle diese und ähnliche Ideen, die einer genauen und fortge-setzten Betrachtung würdig gewesen wären, wurden nur eben hingewor-seu, ohne sie weiter zu verfolgen. Dieses Verfolgen des ersten flüchtigenGedankens, dieses Brüten über ihm ist es aber, was ihn zur Reife brin-gen, und was allein die Wissenschaften wahrhast fördern konnte. Wußtedoch Newton selbst die Ansrage seines Freundes Halley, auf welcheWeise er zu seinen großen Entdeckungen gekommen sey, nur mit denwenigen, aber inhaltschweren Worten zu erwidern:Indem ich unab-lässig darüber nachdachte."

Endlich wurde auch Huygens, Newton's Zeitgenosse und Rival, oftauf demselben Wege mit ihm gefunden. Huygens (geb. 1625, gest. 1695)war ohne Zweifel einer der größten Geometer und der sinnreichstenKöpfe seiner und selbst aller Zeiten. Seine Theorie der Evolutionen, dievon ihm entdeckten merkwürdigen Eigenschaften der Cycloide, seine Ar-beiten über die Wahrscheinlichkeitsrechnung, sein erstes Aufstellen undAusbilden der Theorie der Kreisbewegung und des Stoßes der Körper,leine Bestimmung des Schwingungspunkts der Pendel, seine wesentlichenVerbesserungen der Gewicht- und Federuhren, seine optischen Entdeckun-gen über die Natur des Lichtes, über die Theorie der Fernröhre, überdie doppelte Strahlenbrechung des isländischen Krystalls, selbst seinepraktischen Verbesserungen der optischen Instrumente, mit welchen erden ersten Satelliten Saturns und den Ring dieses Planeten entdecktealle diese und noch mehrere andere, große Verdienste sichern ihrem Ur-heber eine der ausgezeichnetsten Stellen in der Geschichte der wissenschaft-lichen Kultur, und es fehlte vielleicht nur ein Schritt, um ihm selbst dieerste, selbst die vor Newton, anzuweisen. Denn volle fünfzehn Jahre