H 14—IS. Eigenschaften der Körper. ' 323
welcher die ganze Erde die Körper auf ihrer Oberfläche anzieht, wenig-stens 6720 Quintillionenmal übertreffen, eine Zahl von 34 Ziffern, derendrei erste 672 sind, und von deren Große wir uns keinen auch nur eini-germaßen genäherten Begriff mehr macben können.
H. 14. tUnterschiede der Molecutar- und der allgemeinen Attraktion.)Diese so eben erwähnte Kraft der Erde, mit welcher sie alle Körper aufund über der Oberfläche derselben an sich zieht, ist von allen bisher be-trachteten Molecularkräften schon dadurch wesentlich verschieden, daßdiese letzteren nur auf sebr kleine, selbst unserm bewaffneten Auge ganzunmerkbare Distanzen wirksam sind, während jene sich auf sehr großeund vielleicht selbst auf unendliche Entfernungen von dem anziehendenKörper erstreckt. Denn diese Anziehung der Erde macht nicht bloß dieihrer Oberfläche zunächst liegenden Körper, wenn sie ihrer Unterstützungberaubt werden, gegen sie fallen, sondern sie ist auch, wie wir bald sehenwerden, die Ursache, warum der Mond in einer Entfernung von nahefünfzig tausend Meilen sich um die Erde bewegt.
15. (Augenblicklicher Stoß und immerwährend wirkende Kraft.) In-dem wir aber diese Kraft der Erde näher untersuchen wollen, müssenwir sie zuerst wohl von einem Impulse oder von einem bloßen Stoßeunterscheiden. Wenn wir einen Körper mit der Hand stoßen oder wer-fen, oder wenn wir ihm durch einen Stab, Hammer u. dgl. irgend eineBewegung beibringen, so wirkt diese auf den Körper angebrachte Kraftnur einen Augenblick, nur so lange als dieser Stoß dauert, nach welchemdann der Körper gleichsam sich selbst überlassen bleibt. Die Folge davonist, daß der Körper in Folge dieses Stoßes eine Bewegung annehmenwird, deren Richtung die des Stoßes, und deren Große immer dieselbeseyn wird, wenn in der That bloß dieser Stoß nnd sonst keine andereKraft auf ihn wirkt. Die Bewegung eines auf diese Art bewegtenKörpers muß also erstens geradlinig und zweitens gleichförmig seyn,d. h. er muß sich mit immer gleicher Geschwindigkeit in einer geradenLinie und zwar ohne Ende fortbewegen. In der Natur können wirzwar solche Bewegungen nicht nachweisen, weit alle Körper, denen wireinen solchen augenblicklichen Impuls durch unsere mechanischen Kräftebeibringen, auch zugleich der Kraft der Erde ausgesetzt sind, und weilsie sich überdieß in der Luft oder in andern widerstehenden Mitteln be-wegen, daher sie, außer jenem ersten Impulse, auch noch dielen andernKräften unterworfen sind. Wenn wir eine Kugel auf einem horizonta-len Boden fortstoßen, wenn wir ein Rad um leine Axe lchwingen, wennwir eine Kugel aus unseren Feuergewehren abschießen oder einen Steinin die Höhe werfen, so sehen wir oft, jener Behauptung entgegen, dieKugel und den Stein in einer krummen Linie laufen, sie und das Radan der Axe immer langsamer gehen und bald völlig still stehen, weildie Reibung der Kugel auf dem nie ganz ebenen Boden, weil die Reibungdes Rades an seiner Are, weil der Widel stand, den der Stein in der Lufterleidet, und weil überdieß bei allen diesen Körpern die Anziehung derErde jene erste durch den Stoß erzeugte Bewegung ändert, hindert undendlich ganz aushebt. Wenn aber aUe diese Störungen nicht da wären,so würde der Körper bloß dem Antriebe jenes ersten Stoßes folgen, undwir können keine Ursache mehr angeben, warum er den geradlinigenWeg, den er einmal eingeschlagen, »verlassen, warum er (eine anfäng-liche Geschwindigkeit verändern, oder warum er nicht ohne Aufhörenund in derselben Art sich fortbewegen sollte.
Wenn wir also einen Körper'sich in gerader Lune und ,o bewegensehen , daß er in derselben Zeit, z. B. in einer jeden Secunde, auch im-