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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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§. 8. Eigenschaften der Körper. 517'

chemische Analyse auch nur die geringste Spur auffinden kann. Ein ein-ziger Gran Moschus verbreitet in einem großen und luftigen Zimmer,oft mehrere Jahre durch, einen starken Geruch, und Papiere, die nebenMoschus gelegen haben, können die Reise nach Ostindien und zurückmachen, ohne ihren Geruch zu verlieren. Bedenkt man nun, wie vieleMoichustheilchen sich von einem solchen Körper in jeder Secunde abson-dern müssen, um nach allen Richtungen durch den Geruch erkannt zuwerden, so darf man wohl über die Menge, also auch über die Klein-heit dieser Tbeilchen erstaunen.

Nicht minder bewunderungswürdig erscheint uns der Sinn des Ge-sichtes. Das Licht des Mondes, auch viele tausendmale in unsern Hohl-spiegeln und Brenngläsern verdichtet, zeigt nicht die geringste Wirkung,weder auf unsere Thermometer, noch auch auf die chemischen Erscheinungender Körper, die diesem höchst condensirten Lichte ausgesetzt werden. Aberso wie auch nur ein Strahl des nicht verdichteten Mondlichtes die Pupilleunseres Auges trifft, zieht sich dieselbe sogleich zusammen, und doch bleibtdiese Pupille ganz unbeweglich, wenn man sie mit den Spitzen einer Na-del kratzt, wenn man sie mit Säuren benetzt, oder wenn man elektrischeFunken auf die Oberfläche derselben leitet. Diese Beispiele mögen unslehren, mit welcher Behutsamkeit man zu Werke gehen muß, wenn manvon Experimenten, an ledlosen Körpern angestellt, auf jene schließenwill, die an den mit Leben begabten Substanzen Statt haben. OhneZweifel sind unsere Physiologen besonders aus dem Grunde noch so weithinter ihren eigenen Wünschen zurück, weil sie ihre Beobachtungen andem thierischen Organismus gewöhnlich erst dann anstellen können, wennbereits das Leben aus ihm enrflohen ist.

H. 8. (Krystallisation der Körper.) Durch Bemerkungen dieser Art,die sich so oft darbieten, wird man versucht, alle Körper der Natur alsins Unendliche theilbar anzunehmen. Allein die sonderbaren Phänomeneder Krystallisation scheinen dieser Annahme zu widerspreche». WmnSalz mit Wasser gemischt und das Gemenge einer höheren Temperaturausgesetzt wird, so verdampft das Wasser allmählig, und wenn einmalso viel Wasser sich in Dampfgestalt entfernt hat, daß der noch übrigeNest desselben nicht mehr im Stande ist, die ganze Masse des Salzesim flüssigen Zustande zu erhalten, so sieht man dieses Salz in regelmäßi-gen Gestalten an dem Boden und den Wänden des Gefäßes sich an-setzen, und diese Gestalten sind durchaus dieselben für dieselbe Gattungdes Salzes, und verschieden für verschiedene Gattungen: Kugel, Würfel,drei-, vier- und mehrseitige Pyramiden n. s. f. Wenn man diese Kry-stalle gehörig spaltet, um sie in immer kleinere Theile zu theilen, so be-merkt man, daß die ursprüngliche Gestalt derselben, z. B. die Würfel-form, auch bei den kleinsten Theilen dieser Krystalle wieder erichetnr,und daß diese kleinsten Theile an ihren Seitenflächen eine jehr hohe Po-litur haben, die man durch keine mechanische Kunst erreichen kann. Esscheint daher, als ob die letzten Theile der krystallisirten und vlelleichtaller Körper der Natur, oder daß die Atome dieser Körper durchauseine bestimmte und für jeden Körper eigenthümliche Gestalt haben, wiediese denn auch schon bei den meisten, selbst bei den Steinen und Me-tallen durch unmittelbare Beobachtungen nachgewiesen worden tzt. viel-leicht hängen die Eigenschaften, durch welche sich diese Körper unter ein-ander auszeichnen, nur von diesen Gestalten und gegen>eitigen Stellun-gen ihrer Atome ab. Unsere Flüssigkeiten kryftallisiren alle in der Kälte,und wenn unsere Luftarten in eine so niedere Temperatur gebracht wer-den könnten, in welcher sie ebenfalls zu festen Körpern werden, so wür-