Druckschrift 
Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
494
Einzelbild herunterladen
 

Sterngruppen und Nebelmassen des Himmels. §. 24z«

merkt, daß auch die eigentlichen Sterngruppen, durch mäßige Fernröhrebesehen, nur wie mehr oder weniger lichte Nebel erscheinen, während siedoch durch stärkere Instrumente, in die einzelnen Sterne aufgelöst wer-den,' aus welchen sie in der That zusammengesetzt sind. Wahrscheinlichist dieß auch der Fall mit den meisten derjenigen Himmelskörper, dieuns, auch durch unsere besten Telescope besehen, immer noch als Nebelerscheinen, während sie doch in noch viel besseren Fernröhren, als die-jenigen sind, zu welchen es die Kunst bisher gebracht hat, sich ohne Zwei-fel ebenfalls ip Sterne auflösen werden. Diese sind daher nur wiederals eigentliche Sterngruppen zu betrachten, deren Sterne aber entwederzu klein, oder zu lichtschwach, oder endlich zu weit von uns entfernt sind,um noch deutlich unterschieden zu werden. Doch mögen auch viele un-ter diesen wundervollen Wesen des Himmels seyn, welche nicht mehraus eigentlichen Sternen zusammengesetzt sind: Wesen eigener Art, dieals wahre Lichtnebel für sich bestehen und keineswegs als bloße op-tische Erscheinungen betrachtet werden können.

Es gibt in der That ganze große Gegenden des Himmels von meh-reren Quadratgraden, die völlig mit dieser Nebelmasse überzogen sind.Diese Gegenden zeichnen sich nicht bloß durch ihr helleres Licht vor demübrigen dunklen Rande des Himmels, sondern auch durch ein eigenesschuppen- oder flockenartiges Ansehen aus, und es erfordert nur einegeringe Uebung des Anges, um zu sehen, daß sie keineswegs bloß dieWirkung sehr dicht stehender, entfernter Sterne seyn können. Ja oft siehtman diese Nebel in einer so unmittelbaren Verbindung mit eigentlichenhellen Fixsternen, daß man den wesentlichen Unterschied zwischen diesenbeiden Gattungen von Himmelskörpern nicht weiter verkennen kann,wie wir weiter unten bald näher sehen werden.

Wir wollen uns hier wieder darauf beschränken, die vorzüglichstendieser eigentlichen Nebel zur bessern Uebersicht, nach ihrer äußern Formin Klassen geordnet, näher anzuführen.

' tz. 243. (Sehr große und weit verbreitete Nebel.) Diese sind gewöhn-lich äußerst lichtschwach und in ihren Gränzen sehr unbestimmt undverwaschen, daher man sie nur mit sehr starken Fernröhren sehen kann.Bei den folgenden ist die Ausdehnung derselben in Quadratgraden an-gegeben, wobei man bemerken kann, daß die Oberfläche der Sonne oderdes Mondes für uns nahe den vierten Theil eines Quadratgrades beträgt.Wenn es daher von einem solchen Nebel heißt, daß er fünf Quadrat-grade einnimmt, so heißt dieß, daß er in seiner Oberfläche zwanzigmalgrößer, als die Sonne, erscheint. Ein Nebel von acht Quadratgradenwird eben so eine 32mal größere scheinbare Fläche haben, als die Sonne.Wenn also in dem letzten Falle ein solcher Himmelskörper auch nur soweit, wie der nächste Fixstern, das heißt, wenn er vier Billionen Meilen(I. §. 71) von uns entfernt ist, so wird der wahre Durchmesser desselbenschon gegen 200000 Millionen Meilen betragen, also 500 mal größer seyn,als der Umfang der ganzen Uranusbahn, deren Durchmesser 840 Mill.Meilen beträgt. Eine Ausdehnung, von welcher auch die lebhafteste Phan-

?

Quadratgrade

0" 12'

85° 34'

7.6

0 36

47 3

8.6

5 10

65 6

3.4

5 27

94 73

4.6

13 58

55 20

1.6

20 58

92 17

4.1