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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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487
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§. 229—230. Sterngruppen und Nebelmassen des Himmels. 4^7

im Krebse u. f. sind ähnliche dicktgedrängte Sammlungen von Fixster-nen, die alle zu lehr von den anderen in ihrer Nähe verschieden sind,als daß man sie nicht als zusammen gehörend und gleichsam für einfamilienweise verbundenes, für sich abgeschlossenes System von Himmels-körpern zu halten veranlaßt werden sollte.

229. (Die Milchstraße.) Was sollen wir aber erst von der bereitsoben betrachteten Milchstraße sagen, von jenem schönen, hellen Bogen,der in der Gestalt eines größten Kreises durch den ganzen Himmel zieht?Einzelne Theile dieser lichten Zone sind durch einen ganz besonders hellenGlanz ausgezeichnet; in anderen Gegenden derselben aber sieht man gleich-sam dunkle Oeffnnngen und Spalten oder auch seitwärts auslaufendeAeste. Schon mäßige Fernröhre lösen uns die hellsten Gegenden dieserZone in unzählige kleine, dichtgedrängte Fixsterne auf, und mit gutenTelescvoen sieht man, daß diese Stellen immer desto fternreicher sind, jeHeller sie dem bloßen Auge erscheinen, zum Beweise, daß das Licht die-ser Sternstraße bloß von den m ihr gehäuften und dicht gedrängtenSternen kommt, obschon in der That mehrere Stellen derselben auchdnrch unsere besten Instrumente sich nicht mehr in einzelne Sternen auf-lösen lassen, wahrscheinlich, weil sie dort zu entfernt* von uns und zunahe neben einander stehen, um noch einzeln von uns erkannt zu werden.

Der ganze regelmäßige Bau dieser wunderbaren Zone von wahrhaftunzähligen Sternen zeigt uns, daß sie ein isolirtes System von Sonnenam Himmel bildet, ein System, zu welchem auch unsere eigene Sonneals ein zwar kleiner, aber doch integrirender Theil desselben gehört. Wirhaben bereits oben (ll. H. 198) gezeigt, daß diese Milchstraße sehr wahr-scheinlich die Gestalt einer Linse habe, von deren Mittelpunkt unser gan-zes Sonnensystem nickt eben weit entfernt seyn mag.

Wenn aber unser Sonnensystem nicht in der Nähe dieses großenlinsenförmigen Sternengebäudes, sondern wenn es weit seitwärts vondemselben entfernt läge, so würden wir die ganze Milchstraße auch nichtmehr unter der Gestalt eines größten Kreises des Himmels, sondern wirwürden sie als einen kleineren Kreis, oder vielmehr als eine Ellipse se-hen, die aber einem solchen kleineren Kreise desto näher kömmt, je mehrunsere Gesichtslinie auf der großen Fläche dieser Linse senkrecht steht.Wenn wir z. B. um den größten Durchmesser der Linse^ senkrecht vonihr abstünden, so würden wir sie als eine kreisförmige Scheibe von 69Graden im scheinbaren Durchmesser, also nahe so groß sehen, als unsjetzt das Sternbild des großen Bären erscheint. In einer Entfernungvon zehn Durchmessern aber würde diese Linse nur 5^/2 Grade, und ineiner Entfernung von hundert solchen Durchmessern nur mehr einenhalben Grad betragen. In dieser letzten Entfernung würden wir aber,selbst mit unseren besten Fernröhren, die einzelnen Sterne der Milch-straße nicht mehr erkennen, und das Ganze würde uns nur mehr alseine kleine, matt beleuchtete Wolke erscheinen.

§. 239. (Andere, ähnliche Gegenstände des Himmels.) Allein solcherkleinen, matten Lichtwvlken sehen wir mit unseren Fernröhren m derThat sehr viele am Himmel. Daß sie aber keine Wolken sind, daß sienicht unserer Atmosphäre, sondern dem Himmel wibst angehören , folgtschon daraus, daß sie weder ihre Gestalt, noch ihren Ort am Himmeländern, sondern vielmehr, gleich den eigentlichen Fixsternen, immer die-selbe Stelle einnehmen.

Der ältere Herschel hat bereits über dreitausend solcher Himmels-wolken entdeckt, und es gelang ihm auch mit Hülfe seiner vortrefflichen