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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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472
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472 Doppelsterne. . §. 219220.

Doppelsternen, die ebenfalls in Ellipsen sich um ihren Eentralkörper be-wegen, welcher letzte immer den einen Brennpunkt dieser Ellipse ein-nimmt. Wir werden daher berechtigt seyn, anzunehmen, daß dasselbeGesetz, welches alle Bewegungen unseres Planetensystems regelt, auchjenseits der Gränze dieses Systems statt habe, und daß es daher wahr-scheinlich das allgemeine Gesetz der ganzen Natur ist.

H. 219. (Farben der Doppelsterne.) Noch haben wir einer Eigen-thümlichkeit dieser Sternenpaare zu erwähnen, die selbst für den bloßenAnblick derselben zu auffallend ist, als daß sie hier übergangen wer-den dürfte.

Unter den einfachen Sternen des Himmels sieht man gewöhnlichnur solche, die in einem weißen Lichte glänzen, das mehr oder wenigerder gelben Farbe sich nähert und nur selten in das Röthliche übergeht.Unter den letzten oder den rothen Sternen zählten die Alten schon denArctur, Aldebaran, Pvllux, Antares und « Orion auf, die uns auchjetzt noch in derselben Farbe erscheinen. Aber auch Sirius wird vonihnen als rvthlich beschrieben, da er uns im Gegentheile durch seineblendend weiße Farbe auffällt.

Allein blaue oder grüne Sterne hat man, unter den einfachenF ixsternen, bisher nicht gekannt. Alle Farben derselben sind, wenn sienicht weiß sind, von dem untern Ende des bekannten Sonnenspectrumsgenommen, wo die rothe und besonders die gelbe Farbe vorherrscht,keine aber von dem obern Ende, wo die blaue und grüne Farbeüberwiegt.

Nicht so ist es bei den Doppelsternen. Bei diesen hat gewöhnlichder größere oder der Centralstern eine weiße Farbe, die aber auch sehroft ins Gelbe, seltener jedoch ins Rothe fällt, ganz wie bei den einfachenSternen, während im Gegentheile der ihn begleitende Satellit in denallermeisten Fällen blau oder grün ist. Doch gibt es auch andere, ob-gleich seltenere Halle, wo der große weiß oder gelb und der kleine roth,oder wo der grvsze orange und der kleine grün, oder wo auch beide zu-gleich blau sind, und nicht selten erscheinen diese Farben so ausgespro-chen und lebhaft, daß sie schon aus den ersten flüchtigen Anblick dersel-ben auffallend hervortreten.

H. 220. (Complementäre Farben.) Jedermann kennt das Sonnen-spectrum (oben H. 7) oder das längliche Farbenbild, das man erhält,wenn man durch eine enge Oeffnung eines verschlossenen Zimmers dieSonnenstrahlen eintreten läßt, und sie, nachdem man sie durch ein Glas-prisma geleitet hat, auf einer der Oeffnung gegenüberstehenden Tafelauffängt. In diesem Spectrum unterscheidet man gewöhnlich siebenFarben, vbschon es angemessener wäre, deren nur sechs zu bezeichnen,von welchen die eine in die andere durch allmählige Abstufungen über-geht. Der unterste Theil desselben ist nämlich roth, und dann folgenaufsteigend die orange, gelbe, grüne, blaue, indigo und violete Farbe.Die beiden letzten sollte man unter der gemeinschaftlichen Benennung»violet« zusammenfassen, da sie doch beide nnr Abstufungen der in dasRothe spielenden blauen Farbe sind. Newton, der zuerst sieben Haupt-farben annahm, scheint diese Zahl einer kleinen Schwärmerei zu Liebevorgezogen zu haben, indem er sie mit den sieben Tönen der Octave,mit den sieben Planeten, und mit andern mystischen Eigenschaften dieserfür heilig gehaltenen Zahl in Verbindung bringen wollte.

Von diesen sechs Farben, roth, orange, gelb, grün, blau und violet,nennt man nun die drei: roth, gelb nnd blau, primäre und diedrei anderen: orange, grün und violet secundäre Farben. Jene heißen