Druckschrift 
Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
460
Einzelbild herunterladen
 

460

Doppelsterne.

§. 20S207.

zen, zu einem eigenen, isolirten Systeme verbunden sind. Wir werdendiese Annahme bald noch mehr bestätiget finden.

H. 205. (Klassen der Doppelsterne.) Der ältere Herschel, der dieDoppelsterne zuerst zu einem Gegenstande seiner besonderen Aufmerksam-keit machte, und der sie gegen das Jahr 1780 zu beobachten anfing, fandbald eine so große Anzahl derselben, daß er es für nöthig fand, sie inKlassen einzutheilen. Als Eintheilungsgrund nahm er die verschiedenenDistanzen derselben an und setzte in die erste Klasse alle diejenigen,deren Distanz kleiner als 4 Secunden war; zur zweiten Klasse zählteer die, deren Distanz zwischen 4 und 8, zur dritten, die zwischen 8und 16 Secunden, und zur vierten endlich, die zwischen 16 bis 32 Se-cunden. Von den 6000 Doppelsternen, die wir jetzt kennen, gehörennahe 1930 in die erste, 1310 in die zweite, nahe eben so viel in diedritte und 1450 in die vierte Klasse.

In den neueren Zeiten hat man jene Eintheilung wieder verlassen,vorzüglich aus dem Grunde, weil diese Distanzen, wie wir bald sehenwerden, veränderlich sind und daher kein gutes Mittel zur Eintheilunggeben können. Man führt sie jetzt gewöhnlich so, wie alle anderenSterne, auf, indem man von den größeren der beiden Sterne die Rect-ascension und Poldistanz (I. Einl. H. 22, 29) in dem Sternenverzeichnisseangibt, was hinreichend ist, seinen Ort am Himmel zu jeder Zeit zufinden. Diesen beiden Angaben wird dann noch die Distanz der bei-den Sterne in Secunden und der Positionswinkel 44 beigefügt, d. h. derWinkel, welchen diese Distanz mit dem Declinationskreise (I. Einl. 13)des größern Sterns bildet.

H. 206. (Verhältniß der doppelten Sterne zu den einfachen.) Nach den

Untersuchungen, die man über die Anzahl der Doppelsterne, indem mansie aus den einfachen heraus suchte, angestellt hat, findet man, daß vonden Sternen der ersten bis sechsten Größe auf je 10 solcher Sterne schonein Doppelstern kömmt. Von den Sternen der sechsten bis neuntenGröße aber findet man nur auf je 25 und von noch kleineren erst unterje 42 einfachen Sternen einen Doppelstern. Die Doppelsterne werdenalso seltener, je kleiner die Sterne selbst sind. Dieß und die oben be-merkte größere Anzahl der Doppelfterne der ersten Klasse ist sehr merk-würdig. Wenn die Doppelfterne nur optisch oder bloß scheinbar doppeltwären, so müßten die der vierten Klasse die häufigsten und die der erstenim Gegentheile die seltensten seyn. Da die Flächen der Kreise von 4, 8,16 und 32 Secunden sich wie die Zahlen 1, 4, 16 und 64 verhalten, somüßten sich die Zahlen der Doppelfterne, wenn sie bloß optisch wären,in den vier Klassen wie 1, 3, 12 und 48 verhalten, so daß also von 64optischen Doppelfternen nur ein einziger von der ersten, 3 von der zwei-ten, 12 von der dritten und 48 von der vierten Klasse seyn müßten.Wir hatten aber oben 1450 Doppelfterne der vierten Klasse gefunden, sodaß, wenn diese alle optische Doppelsterne wären, der dritten Klasse 362,der zweiten 91 und der ersten nur 30 zukommen könnten. Allein nachdem Vorhergehenden gaben die Beobachtungen für die dritte Klasse nicht362, sondern 1310, für die zweite nicht 91, sondern 1310 und für dieerste Klasse nicht 30, sonden 1930. Dieser gänzliche Mangel an Ueber-einstimmung, den zuerst Struve bemerkte, zeigt, daß die Doppelsterneder ersten Klasse beinahe alle wahre oder physisch doppelte Sterne seynmüssen, und daß derselbe Schluß auch noch von den meisten Sternen derzweiten und dritten Klasse gilt.

^ h. 207. (Verschiedenheit der Doppelsterne.) Gewöhnlich ist der einedieser beiden Sterne viel kleiner als der andere, wie z. B. bei dem Po-

- >

Kr ^

k.

W

«W

«ichB NlilD

l'O

MM

lWml, aikr sehKtNP!Wem

Clern,

^mmel

^ die

^-1

s>Ä

Al»

Hp

Mi