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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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459
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tz. 20320 t.

Doppelsterne.

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Kapitel XM.

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D o p p e l tt e r ne.

§. 203. (Stcrnreiche Gegenden des Himmels.) Schon dem bloßenAuge begegnen auf den ersten Blick mehrere Stellen des Himmels, dieviel dichter mit Sternen besäet sind, als andere. So zeigt sich dergrößte Theil des schonen Sternbildes Orion, die Leier, die Gegend zwi-schen O und 5 im Stier u. f. sehr sternreich: während wieder andere,wie das Sternbild des Luchses, des Camelopards u. s. w. nur sehr we-nige und kleine Sterne enthalten. Zu den letzten gehören auch die ganzdunklen Stellen des Himmels nahe am Scorpion, am Fuchse, mittenin dem großen Lichtnebel Orions, und endlich die sogenannten Kap'schenWolken oder die Kohlensäcke beim südlichen Kreuze in der andern He-misphäre.

Auch sieht man häufig einzelne Sterngruppen oder Stellen, wo meh-rere größere Sterne in einem kleinen Raume zusammen gedrängt er-scheinen. Die Plejaden, am Halse des Stiers, die unter dem Namender Gluckhenne bekannt sind, enthalten auf dem Raume eines Kreises,dessen Halbmesser kaum einen Grad beträgt, einen Stern vierter, sechsfünfter, fünf sechster und zwei und dreißig siebenter Größe, nebst vielenandern noch kleineren, also 44 mit freien Augen noch gut erkennbareSterne. Die bekannte Krippe im Sternbilde des Kreises 8l»29', Poldist. 69° 39') enthält auf der Fläche eines halben Quadrat-grades über 49 deutlich erkennbare Sterne, vieler anderer kleinerer nichtzu erwähnen.

Es ist nicht wahrscheinlich, daß dieses Zusammendrängen der Sternean besonderen Stellen des Himmels bloß von dem Zufalle oder von derStellung unseres Auges kommen sollte. Wenn man die aus den Beob-achtungen bekannte Anzahl der Sterne der siebenten Größe mit den 44Sternen der Plejaden vergleicht, so zeigt die Wahrscheinlichkeitsrechnung,daß man viele Millionen gegen Eins wetten kann, daß die enge Nach-barschaft der letzteren nicht zufällig ist. ^ .

§.204. (Doppelsterue.) Dasselbe gilt aber auch von denjenigenSternen, die man so häufig am Himmel paarweise und in sehr gerun-gen Entfernungen von einander stehen sieht. Sie sind oft nur durchwenige Secunden von einander getrennt und kommen so häufig vor, daßwir ihrer schon über 6000 beobachtet haben. Dieje Nähe, und nochmehr, diese große Anzahl der Doppelsterne macht es äußerst unwahr-scheinlich, daß sie diese Duplicität nur ihrer Stellung gegen unser Augeverdanken, daß sie nur optisch doppelt seyn, oder daß sie für uns bloßauf derselben Gesichtslinie stehen und demungeachtet doch durch sehrgroße Distanzen von einander getrennt seyn sollten. Wir sind also ver-anlaßt, diese Sterne für physisch doppelt anzunehmen, für Sternen-paare, die in der That nahe an einander stehen, die zusammen ge-hören und die durch irgend ein gemeinschaftliches Band zu emem Gan-