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die den ganzen Körper des Erkrankten mit Geschwüren und Borken be-deckte, aus Aegypten über das gesammte römische Reich. — Im Jahre154 erschien eben daselbst die Lycanthropie und verbreitete allgemeinesEntsetzen unter die geängstigten Menschen. Die von ihr Ergriffenenirrten, von unsäglichen Schmerzen bis zur Verzweiflung getrieben, wieWölfe (daher die Benennung) bei Nacht unter den Gräbern und aneinsamen Orten umher. Die heutigen Aerzte glauben, daß aus dieserKrankheit unsere, jetzt schon viel gemilderte Katalepsis entstanden ist,wie man denn auch bei vielen anderen, anfangs sehr heftigen Krank-heiten, diesen endlichen Uebergang in zwar noch immer ähnliche, aberdoch auch zugleich viel mildere Formen bemerkt. — Im Jahr 165 unterK. Antonin herrschte eine über Kleinasien, Nordafrika und ganz Europaverbreitete pestartige Seuche durch volle sieben Jahre. — Im Jahr 182wurde ganz Italien von einer Epidemie verheert, die nahe ein Drittheilder Einwohner hinraffte und an der durch mehrere Wochen in Rom täg-lich gegen 2000 Menschen starben. In der Mitte des dritten Jahrhun-derts, unter K. Valerian, brach eine Seuche aus, die über 15 Jahreim römischen Reiche wüthete und wegen weleber die noch jetzt unter unsbestehende Sitte aufkam, zur Trauer über den Verlust seiner Freundeund Verwandten schwarzgefärbte Kleider zu tragen. — Im Jahre 312kam der Anthrap aus Aegypten nach Italien und Griechenland, wo erepidemisch wurde und so heftig um sich griff, daß von mehreren Inselndes mittelländischen Meeres die Bewohner ganz ausftarben. — Und inallen den genannten Jahren, ja selbst zehn Jahre vor- oder rückwärtsvon ihnen, findet man auch nicht die geringste Spur von irgendeinem Kometen bei den alten Schriftstellern.
Das Jahr 542 war der Anfang einer der verheerendsten Seuchen,von der Europa je heimgesucht wurde. Sie dauerte über 5V Jahre undfing mit allgemeinem Mißwachs und großen Zügen von Heuschreckenan. Sie scheint das erste Auftreten der orientalischen oder eigentlichenBubonenpeft gewesen zu seyn, und in der ganzen Periode wird voneinem größern Kometen nichts erwähnt, wenn man nicht etwaden, vier Jahre früher im Jahr 538 erschienenen für den Stifter diesesUnheils halten will, der aber nur sehr klein und unansehnlich gewesenseyn soll. Auch von dieser Ealamität des Menschengeschlechtes hat sicheine Gewohnheit bis auf unsere Zeiten erhalten. Da die von der PestErgriffenen von heftigem Gähnen und Niesen geplagt wurden, so befahlPapst Gregor der Große, beim Gähnen das Zeichen des Kreuzesüber den Mund zu machen und beim Niesen dem Kranken: „Helf' dirGott," zu sagen.
Im Jahre 717 fing eine dreijährige Pest im Oriente an, an welcherbloß zu Koustantinopel 300000 Menschen gestorben seyn sollen. VonKometen aber war um diese Zeit keine Spur. — Im Jahre 874 und875 war ein großes Sterben in Europa, das durch die zahllosen Heu-schreckenzüge veranlaßt wurde. Der Moder ihrer Leichen soll in vielenLändern den Boden mehrere Zolle hoch bedeckt haben. Auch war eingroßer Komet zu sehen, aber erst im Jahre 876, also ein Jahr nachdem Ende der Krankheit.
Im Jahre »06 erschien das sogenannte heilige Feuer das erste-mal in Europa. Diese verheerende, schnell verlaufende und äußerst an-steckende Krankheit ergriff schnell den ganzen Organismus des Menschen,den sie oft schon nach einigen Stunden durch den Brand zerstörte. Oftergriff sie auch nur einzelne Glieder, Arme oder Beine, die nach kurzerZeit schwarz wurden und abfielen. Aus ihr soll das spätere Antonius-