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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
440
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, ^ Kometen. §.

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Leser wahrhaft erbauliches Inventarium von Noth und Elend, und zu-gleich von Kometen entstanden ist, die an allen jenen Drangsalen alleinschuld seyn sollen.

Es scheint, daß ihm diese Arbeit nicht eben viel Nachdenken ge-macht haben kann. Wie wir bereits oben gesehen haben, gibt es so vieleKometen, daß man beinahe ans jedes Jahr zwei derselben zählen kann.Unglücksfälle aller Art aber, die das arme Mcnschenvolk heimsuchen,gibt es wohl noch viel mehr, als zwei in jedem Jahre. Da es sonacham Himmel nicht an Kometen, und auf Erden nicht an Noth und Elendfehlt, so wird es keine besondere -Anstrengung erfordern, zu jeder Cala-mitat auch einen Kometen als Sündenbock aufzufinden. Im Gegen-theile, es wird sehr schwer, wo nicht unmöglich seyn, auch nur ein ein-ziges Jahr zu treffen, wo nicht das Eine oder das Andere dieser beidenDinge eingetroffen wäre.

Ohne Zweifel würde dieses traurige Inventarium des menschlichenElends, diese zweite Auflage einer »Reise durch die Höhlen des Unglücksund die Gemächer des Jammers" unseres englischen Karls von Karls-berg eine ganz andere Gestalt erhalten haben, wenn es ihm beliebthätte, ohne Vorurtheile und ohne vorgefaßte Meinung an sein Werk zugehen, und wenn er nicht, was er in unseren Geschichtbüchern erst suchensollte, schon zuvor als fixe Idee in seinem eigenen Kopfe gefunden hätte.'Was soll es uns frommen, wenn wir z. B. bei dem Jahre 1665 lesen:»Großer Komet und Pest in London." Also doch eine Pest, aberwarum nur in London? War der Komet nicht auch an andern Ortender Erde eben so gut, war er bloß in London sichtbar? Warum brachtederselbe Komet, der die Pest nach London führte, sie nicht auch nachParis, nach dem nahen Hamburg, nicht einmal nach Schottland oderIrland ? Dann hätte also wohl jene Dame recht, die, als sie hörte,daß man den gefürchteten Kometen im nächstfolgenden Jahre 1832 in Pariserwarte, entgegnete, daß sie das wenig kümmere, weil sie dieses Jahrnicht in Paris, sondern bei ihren Verwandten in Neapel zubringenwerde. Was sollen uns ferner folgende Zusammenstellungen: »Anno1668 erschien ein Komet, und in Westphalen war ein großes Sterbenunter den Katzen. Anno . . . war ein Komet und ein großes Ungewit-rer in Thüringen, das mehrere Bauern auf der Wiese erschlug. Anno ...Komet, und Klauenseuche des Hornviehes in Ostfriesland. Anno. . .Komet und Aerolith in Schottland, welcher letzte eine Dorfkirche trafund das Räderwerk der Thurmuhr beschädigte u. s. w." Wohl hundert-mal liest man in dem Buche: »Komet und Heuschrecken in Kalabrien;Komet und Überschwemmung in England; Komet und Erdbeben inKleinasien; Komet und Feuersbruuft in Kouftantinopel;" und was der-gleichen Dinge mehr sind. Scheint es doch, als'wollte der Verfasserabsichtlich darauf ausgehen, die unverträglichsten Dinge mit einanderzu paaren und Sachen zusammen zu koppeln, die himmelweit von ein-ander liegen. Wenn es ihm, wie man glauben muß, nur darum zuthun ist, bei seinen Lesern Aufsehen zu erregen, so hätte er seine Ko-meten ganz gewiß auch eben so gut und eben so leicht noch ganz andereVerbindungen eingehen lassen können, z. B. Kometen und Hundegebell;Kometen und Hühneraugen; Kometen und leeres Geschwätz, oder Kome-ten und alberne Bücher, zu welchen letzteren besonders er die Beiivieleganz in der Nähe hätte finden können. ' "

Wohl wäre es zu wünschen, diesen Gegenstand mit dem Ernste be-handeln zu können, den die Wichtigkeit der Sache, den die Befreiungvon jedem Vorurtheile überhaupt verdient, wenn nicht eben jene sonder-

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