Kometen. §.
haben, wenn seine Mäste nicht ungemeiu gering gewesen wäre, selbstvor unserer Erde ging dieser Komet in demselben Jahre 1779 näher, als
nung war es aber sehr auffallend, daß der Komet, seiner kurzen Um-laufszeit ungeachtet, weder vor, noch auch nach dem Jahre 1779 wieder ! ^gesehen wurde. Endlich fand man nach vielen umständlichen Rechnuu- , ilgen, daß er im Jahre 1767 dem Planeten Jupiter nahe vorbei ging, '
und daß dieser größte aller Planeten seine ursprüngliche, wahrscheinlichsehr excentrische Bahn in diese viel kleinere von SV- Jahren veränderthabe. In dieser seiner neuen Bahn würden wir ihn auch wahrscheinlich .ch
im März d. I. 1776 wieder gesehen haben, wenn er nicht mit der l^onne I ,
zugleich über unserem Horizonte gestanden, also uns unsichtbar gewesen lch'-,wäre. Als er sich aber später wieder von der Sonne entfernte, begeg-
nete er auf seinem Wege im Jahre 1779 dem Jupiter zum zweiteumale 'ch'Vund erlitt dadurch neuerdings eine gewaltsame Veränderung seiner Lahn, "
-- - i
wodurch dieselbe jetzt wieder sehr excentrisch geworden ist, wie sie vordem Jahre 1779 war, und in welcher daher er der Erde nicht mehr so
nahe kommen kann, um von ihr gesehen zu werden. Auf diesem zwei- tW-
mal so stark gestörten Wege ging der Komet ebenfalls zweimal mitten iUs'
durch das System der vier Satelliten jenes Planeten, und er würde un- isLi
ter diesen kleinen Körpern gewiß sehr beträchtliche Störungen verursacht M
liz«
M
bisher irgend ein anderer, vorbei, indem seine kleinste Entfernung vonder Erde nur 368 Erdhalbmesser oder nahe sechsmal die Distanz desMondes von der Erde betrug. Hätte er eine der Erde gleiche Mäste ge-habt, so würde er, wie die astronomischen Berechnungen zeigen, dieLänge unseres Jahres um volle 2 St. 53 Min. geändert haben. Alleinalle unsere Beobachtungen zeigen, daß sich das Jahr der Erde, seit jenerEpoche, gewiß nicht um zwei Secunden, d. h. nicht um den 5999stenTheil jener Zeit geändert hat, woraus daher folgt, daß auch die Massejenes Kometen noch nicht den 500vsten Theil der Erdmasse betragen könne.
Allerdings könnte man einwenden, daß das, was von diesem undvielleicht noch von einigen andern Kometen gilt, darum nicht von allenanderen gelten müsse. Nun ist es wohl unmöglich, alle diese Himmels-körper nach einander auf die Kapelle zu bringen, um sie in dieser Bezie-hung auf das genaueste zu untersuchen. Allein es gibt doch noch einenandern, bisher, so viel mir bekannt, ganz überseheuen Beweis für die(Geringfügigkeit der Kometenmasten, der vor allen übrigen den großenVorzug hat, daß er in der That sämmtliche Kometen, so viele deren seirvielen Jahrhunderten uns nahe gekommen sind, umfaßt, und daß er da-her als ein allgemeiner Beweis anzusehen ist.
Bei den astronomischen Berechnungen der Störungen, welche jederPlaner, der der Sonne nächste, wie der entfernteste, von allen übrigenPlaneten erleidet, wird auf diejenigen Störungen, welche etwa von denKometen oder auch von den Fixsternen kommen könnten, durchaus keineRüttficht genommen, weil mau voraussetzt, daß die Massen von jenenzu klein, und daß die Entfernungen von diesen viel zu groß sind, alsdaß sie noch auf die Bewegung dieser Plamllen irgend einen Einfluß ha-ben könnten. Ebe man diese gegenseitigen Störungen der Planeten be-rechnen konnte, war die Theorie der planetarischen Bewegungen noch sounvollkommen, daß Abweichungen zwischen den Berechnungen und denwirklichen Beobachtungen oft auf mehrere Minuten gingen, womit mansich , da man damals noch nichts besseres hatte, zufrieden stellen mußte.