§. 157. Kometen.
gleichen seyn mag, und daß inan die Sterne mit beinahe ungeschwächtemLichte durch sie blinken siehr. Meistens umgibt sie den Kern nicht zu-nächst, sondern erst in einiger Entfernung, und so, daß der Kern anseiner nächsten Gränze von einer dnnklern Einfassung und erst in einergrößern Entfernung von jener lichten, Dnnfthülle umschlossen erscheint.Bei mehreren Kometen hat man auch zwei und selbst drei solcher helle-ren Ringe gesehen, die durch dunklere von einander getrennt waren.Das Ganze hat das Aussehen, als wenn der eigentliche Körper, derKern des Kometen, von mehreren concentrischen, von einander getrenn-ten, hellen Wolkenschichten umgeben wäre. Nach Herschel sind dieseRinge transparente Atmosphären des Kometen, gebildet aus der durchdie Sonnenhitze in den Peripetien rareficirten Masse des Kerns, welcheMasse durch ihr geringeres specifisches Gewicht über der Oberfläche desKerns aufsteigt und ihn dann als eine leuchtende Wolke ringsum ein-schließt. Man hat öfter schon große Aenderungen in diesen Nebenhüllenbemerkt. So sah Schröter die Hülle des Kometen von 1799 und von1897 in dem Laufe eines Tages schon bis auf den vierten Theil ihresDurchmessers sich erweitern und wieder zusammenziehen.
Der Schweif ist, wie gesagt, als die Fortsetzung jener Dunsthüllezu betrachten, welche letztere dort, wo sie geöffnet erscheint, in den eigent-lichen Schweif ansläuft. Schon Apian (Bienewitz) stellte im Jahr 1531die Behauptung auf, daß dieser schweif des Kometen immer in derVerlängerung derjenigen geraden Linie liege, welche die Sonne mit demKometen verbindet. Aber davon ist eigentlich nur wahr, daß der Schweifmeistens auf der von der Sonne abgewendeten Seite des Kometen steht.Denn oft ist er gegen jene Linie sehr stark, bis zu einem rechten Win-kel geneigt und zwar dann immer nach derjenigen Gegend hin, welcheder Komet in seinem Laufe so eben verlassen hat. Da diese Neigungdes Schweifes gegen das Ende degelben zuzunehmen pflegt, so erscheinter uns meistens gekrümmt und zwar so, daß seine concave Seite immernach derjenigen Gegend hingerichtet ist, nach welcher der Komet selbstgebt, so wie auch diese concave oder innere Seite des Schweifes immerHeller und schärfer begränzt erscheint, als die äußere, convepe Seitedesselben. '
H. 157. (Größe der Schweife der Kometen.) Man hat bereits Ko-meten beobachtet, die zwei, drei und selbst mehrere Schweife hatten, diemeistens alle nach derselben Gegend hin gerichtet sind. Der sonderbareKomet von dem Jahre 1823 hatte zwei Schweife, die einander gegen-über standen, so daß der eine derselben der Sonne zugekehrt und derandere von ihr abgewendet war; eine höchst auffallende Erscheinung,welche die bisher mir viel sogenannter Gelehrsamkeit entwickelten Theo-rien über die Entstehung dieser Schweife in nicht geringe Verlegenheitsetzte. Der Komet vom Jahre 1744 hatte sogar sechs Schweife, odersein Schweif erschien wenigstens in sechs Theile gespalten, deren jeder4 Grade breit und 30 bis 40 Grade lang war. Wunderbarer noch sinddie äußerst heftigen Bewegungen, die mancher Beobachter, z. B. Chladnibei dem großen Kometen von 1811, bemerkt haben will, der jehr schnelle,gleichsam zuckende Verlängerungen und Verkürzungen diejes Schweifessah, mit welchen die leuchtende'Masse dieser Schweife in einer einzigenSecunde den Weg von einer Million Meilen hin- und wieder zurück-schoß, eine Geschwindigkeit, die selbst jene des Lichtes weit über-treffen würde.
Auf welche Weise und durch welche Mittel diese Schweife auch ent-stehen mögen, immer wird man die Ursache derselben in der Sonne