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Uranus.
§. 12(i.
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Planetensystems ausgedehnt haben muß. Diese Ursache mag nun ineiner anfänglich sehr erweiterten Sonnenatmosphäre oder in irgend einemandern uns unbekannten Agens bestanden haben, so folgt doch immerdaraus, daß innerhalb dieser Wirkungssphäre keine Bahnen entstehenoder fortdauern konnten, die von jener erwähnten Uebereinstimmungaller Planeten eine Ausnahme machen, deren Bahnen also entweder sehrstark gegen die Ekliptik geneigt sind, oder mit einer retrograden Bewe-gung zurückgelegt werden. Dieß ist aber der Fall mit jenen beidenKometen. Da nun diese zwei Kometen zur Zeit ihres größten Abstandsvon der Sonne, wie gesagt, zwischen der Bahn des Uranus und desvermeinten noch entfernteren Planeten stehen, so ist es sehr wahrscheinlich,daß sie auch zur Zeit der Entstehung der Planeten jenseits des Uranus,also außerhalb derjenigen Wirkungssphäre sich befunden haben, inwelcher allein Planeten entstehen konnten, oder mit andern Worten, daßes jenseits der Uranusbahn keinen eigentlichen Planeten mehr geben kann.
Doch sind dieß, wie wir hinzusetzen müssen, zwar wahrscheinliche,aber doch nicht bewiesene Muthmaßungen, und es konnte leicht seyn,daß die Beobachtungen der nächsten Jahre uns von dem Ungrunde der-selben überführen. Wer hätte, wenige Tage vor dem Anfange des gegen-wärtigen Jahrhunderts, uns voraussagen mögen, daß wir in einigenJahren vier neue Planeten zwischen Mars und Jupiter finden würden?Wie viele derselben, von welchen wir jetzt noch keine Ahnung haben,mögen sich noch in demselben weiten Raume befinden? Wer konnte esuns selbst verargen, wenn wir der Ansicht wären, daß sogar unsere Erdenoch einen neuen, uns bisher unbekannten Mond habe? In der Thathat schon D. Casflni i.< I. 1700 diese Meinung geäußert, die er wegender großen Distanz der Erde von der Venus und dem Mars sogar sehrwahrscheinlich fand. Wenn dieser Mond sehr klein und überdieß sehrweit von uns entfernt ist, so kann er sich vielleicht noch Jahrtausendeum die Erde bewegen, ohne daß die Bewohner derselben auch nur dieExistenz desselben erfahren. Vielleicht sind die sogenannten Meteorsteinenichts anders, als solche kleine kosmische Körper, die sich, gleich dengrößern Planeten, wie Kometen im Weltenraume herumtreiben, undwenn sie einem derselben näher kommen, entweder auf ihn stürzen, wiewir das schon so oft erfahren haben, oder ihn als neue Satelliten aufseiner Bahn um die Sonne begleiten. Von diesem Standpunkte ausbetrachtet, ist unsere Erde, und vielleicht jeder andere Planet, von einergroßen Anzahl solcher kleinen Monde umgeben, deren Daseyn uns un-bekannt ist und so lange bleiben wird, bis einmal der Zufall einen der-selben in das Feld unserer Fernröhre führt.
Uebrigens werden die großen Distanzen, in welchen die Planetenvon einander abstehen, von dem Urheber der Natur gewiß nicht ohneAbsicht gewählt worden seyn, wenn es uns gleich sehr schwer fallen mag, die-selben zu ergründen. Wir glauben, und Theorie und Beobachtung be-rechtigt uns dazu, daß zwischen diesen Planeten und der Sonne nur diegegenseitige Anziehung, die wir in dem folgenden Buche unter der Be-nennung der allgemeinen Schwere näher kennen lernen werden, wirksamsey. Wenn aber diese Planeten einander näher stünden, so würden viel-leicht auch andere Kräfte, Affinitäten, chemische Verwandtschaften u. dgl.wirksam werden, und sie sind es auch vielleicht gewesen, zu einer Zeit,wo diese Planeten durch die Wirkung einer hohen Temperatur in ihremInnern einen viel größern Raum eingenommen haben, als gegenwär-tig, und wo ihre Massen, wie es sehr wahrscheinlich ist, in einem Zu-stande der Flüssigkeit gewesen sind. Die Kometen scheinen sich den Pla-