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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
342
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«saturn und sein Ring. §. ro?.

turns durch Arme oder Henkel zusammen hängen und daß Saturn seineGestalt überhaupt von Jahr zu Jahr auf eine sehr sonderbare Weiseändere, aber er konnte doch den eigentlichen Grund dieser auffallendenVeränderungen nicht entdecken. Dafür gab er in seinem Werke (vn8utulnl tüeis. Danzig 1656) eine Menge von sonderbaren Namen an,durch welche er die verschiedenen Gestalten dieses Planeten näher bezeich-nen wollte. Hodierna war der Meinung, daß Saturn die Gestalt einesEyes babe, mit zwei dunkeln Flecken an den beiden Seiten, und daßdie Abwechslung seiner Gestalt von einer Umdrehung dieses Eyes umseine Axe komme. Riccioli behauptete, daß Saturn mit einem dünnenArmillarringe umgeben sey, der in zweien seiner Punkte an der Kugeldes Planeten befestiget seyn sollte. Mit dieser Meinung gedachte er,der auch Copernicus und Kepler verbessern wollte, die Entdeckung Huy-gens, die damals schon allgemein bekannt war, zu rectificiren.

H. 107. (Huygens entdeckt den Ring Saturns.) Im Jahre 1659 er-schien nämlich das 8aturnmm von Huygens, in welchem dieservortreffliche Astronom und große Beobachter die wahre Gestalt diesesPlanelen bekannt machte, so wie er sie durch das von ihm selbst verfer-tigte, für seine Zeit sehr gute Fernrohr i. I. 1655 gesehen hatte. Erzeigte, daß die Kugel Saturns ringsum von einem dünnen, breiten,freischwebenden Ringe umgeben ist. Sofort erschienen mehrere Widerle-gungen, wie dieß bei allen wichtigen Entdeckungen, die sich auch Anderegerne zueignen möchten, zu geschehen pstegt. Außer der bereits erwähn-ten von Riccioli erhob sich ein gewisser Fabri, aus demselben Orden,der unter dem falschen Namen eines läiktueliiu« lle clivims die Erklä-rung Huygens heftig angriff, nebst mehreren Andern, die setzt keinerweiteren Erwähnung mehr werth sind. Alle besonnenen, bessern Astro-nomen erkannten sofort die Wahrheit, wie sie ihnen von Huygens ge-zeigt wurde, und reihten sich auf seine Seite, und in unsern Tagen giebtes vollends keinen Menschen mehr, der daran zweifeln könnte, wenn erauch nur mit einem Blicke durch unsere besseren Fernröhre den Gegen-stand selbst gesehen hat. Statt dieser Obtrectatoren, die übrigens ihreRolle bald ausgespielt hatten, kam ein anderes Heer von nicht viel bes-seren Schauspielern, die man auch hinter jeder neuen und wichtigen Er-scheinung herlaufen sieht, jene Theoretiker, wie sie sich selbst so gernenennen, die selbst keine Entdeckungen machen, aber dafür die der Andern,berichtigen und erklären, und dadurch, wie sie in ihrer Bescheidenheitwähnen, dem Ganzen erst die Krone aufsetzen, wobei sie nie vergessen,sich selbst das Hauptverdienst zu sichern. Es entstand nämlich dieFrage, woher dieser Ring komme und wie er entstanden seyn könne?Da fehlte es denn nicht an Erklärungen aller Art. Der Eine, Rober-val, sonst ein sehr schätzbarer Geometer, behauptete, daß dieser Ringbloß durch die Dünsie gebildet werde, die sich von der Oberstäche desSaturn erheben; der Ändere hielt ihn für die eigentliche Atmosphäredieses Planeten; ein Dritter meinte, dieser Ring sey bloß der Ueberresteiner großen Kugel, die bis auf ihren Aequatvr zusammengeschmolzensey, und Maupertuis endlich, der wegen seinem Loche bis zum Mittel-punkt der Erde, und andern excentrischen Einfällen, noch jetzt bekanntgenug ist, Maupertuis ließ diesen Ring Saturns aus einem Kometen-schweife entstehen, der sich um die Kugel des Saturn herum geschwungenhabe und an ihm hängen geblieben sey.

Die besseren Astronomen, die eigentlichen Naturforscher, bemühtensich, die von Huygens gemachte Entdeckung zu verfolgen, und in ihreneinzelnen Theilen, durch ihre eigene» Beobachtungen, immer mehr zu