h. 104 —100. Saturn und sein Ring. z j z
einen Beweis an>ehen können, daß die Atmosphäre dieses Planeten,wenigstens in ihren unteren Schichten, sehr dicht seyn müsse.
H. 104. (Rotation Saturns.) Aus der Beobachtung einiger Fleckenaus der Oberflache Saturns hat man die Rotation desselben zu 10'/.unterer Stunden abgeleitet. Künftige genauere Beobachtungen werdendie,eS Re,ultat wohl noch verbessern, indeß ist, so wie bei Jupiter, dieseschnelle Umdrehung eines so großen Planeten immer merkwürdig. DerAegnator desselben ist gegen seine Bahn unter einem Winkel von nahe30 Graden geneigt, woraus folgt, daß die Jahreszeiten Saturns stärkerveigchieden und schärfer bezeichnet sind, als die der Erde, während sie,wie wir gesehen haben, auf Jupiter beinahe gar nicht verschieden sind.
H. 105. (Abplattung Saturns.) Diese schnelle Umdrehung Saturnsläßt auch eine starke Abplattung an seinen Polen erwarten. Der ältereHerschel fand diese Abplattung gleich dem eilften Theile der halben Aeqna-torialaxe. Allein er fand auch noch eine andere Art von Erhöhung desRandes an vier einander gegenüber stehenden Stellen, nahe in der Mittezwischen Pol und Aequator, so daß der Durchmesser Saturns in derRichtung dieser Erhöhungen gleich 1, der Durchmeper des Aequatorsgleich 0.97 und endlich der Polardurchmesser gleich 0.89 seyn soll. AlleinSchröter, der diesen Gegenstand anhaltend untersuchte, fand die äußereGestalt und Abplattung Saturns fortwährenden, großen Aenderungenunterworfen, vielleicht, weil diesen Planeten eine flüssige Hülle umgiebt,die einer immerwährenden Ebbe und Flnth ausgesetzt ist, oder auch, weilder Körper desselben in der That von der Gestalt einer Kugel beträcht-licher abweicht, als wir dieß bisher bei andern Planeten beobachtet haben.
Ring des Saturn.
H. 106. (Wie Saturn den früheren Astronomen erschien.) Wenn mandiesen Planeten auch nur durch ein sehr schwaches Fernrohr beobachtet,so bemerkt man sogleich, daß er von der runden Gestalt der übrigenHimmelskörper abweicht und mehr eine elliptische oder eyförmige Gestalthat. Galilei, der das damals kaum erfundene Fernrohr (ein sogenann-tes holländisches, mit einer Vergrößerung von 33, und ohne Zweifel kei-nes der bessern dieser Art) zuerst i. 1.1612 zur Erweiterung unserer Kennt-niß des gestirnten Himmels anwendete, entdeckte die sonderbare Form die-ses Planeten sogleich; aber, da er ihn nicht deutlich genug sehen konnte, sobehauptete er, Saturn bestehe aus drei au einander befestigten Körpern,blntiirinn; tiilvimi«. Er hielt die zwei zu den beiden entgegengesetztenSeiten der eigentlichen Kugel stehenden Körper für Monde, die aberkeine Bewegung um die Kugel haben und gleichsam an sie angeheftetseyn sollten. Er erklärte diese Meinung selbst für etwas sonderbar undverließ sie auch später wieder, als er, einige Jahre darauf, deu Saturnganz rund erblickte. Seine vermeinte Entdeckung wurde über zwanzigJahre von den andern Astronomen verfolgt, aber keiner derselben konntesich von der Idee eines solchen befestigten Mondenpaares los machen,wahrscheinlich, weil ihre Fernrohre alle zu unvollkommen waren, um die-sen entfernten Himmelskörper in seiner wahren Gestalt zu zeigen. Rochi. I. 1633 sah Gassendi aller seiner Mühe ungeachtet doch nichts, alsdiese eingebildeten Monde. Hevelius, der diesen Planeten von den Jah-ren 1647 bis 1656 eifrig verfolgte, bemerkte wohl, daß diese zwei klei-nen Seitenkugeln, diese imaginären Monde, mit der großen Kugel Sa-