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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
338
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^upiter. laa.

Polen ausgenommen, immer nur sehr klein, und die meisten Orte habendurch das ganze Jahr Tag und Nacht nahe gleich groß und zwar gleichfünf unserer Stunden. Dieser schnelle Wechsel des Lichts mit der Fin-sternis? muß auf die Lebensweise der Bewohner dieses Planeten vonwesentlichen Einflüssen seyn, wenn sie anders, so wie wir, den Tagihren Beschäftigungen und Vergnügungen, und die Nacht der Ruhe unsdein Schlafe widmen. Wenn sie mit ihren Arbeiten jeden Tag zu Endekommen »vollen, so müssen sie in wenigen Minuten vollenden, wozu wirganze Stunden brauchen, und also vielleicht eine besondere Schnellkraftdes Geistes und des Körpers haben. In der That, wie Wenige von unswürden zufrieden seyn, wenn ihre Nächte nur fünf Stunden dauerten,und wenn sie schon wieder aufstehen müßten, nachdem sie sich kaum zuBette gelegt haben. Wie sehr würden selbst die Virtuosen unter unsernGourmands in Verlegenheit kommen, wenn sie, in einem Zeitraumevon fünf Stunden, schon drei oder vier Mahlzeiten zu sich nehmenmüßten! Und wie sehr würden erst unsere Frauen über die kurzenNächte und die noch kürzeren Bälle von nicht einmal fünf Stunden diebittersten Klagen führen, da sie schon zur Vorbereitung dazu mehr alsdoppelt so viel Zeit gebrauchen ? Desto zufriedener werden im Gegen-theile die Astronomen dieses Planeten seyn, wenn es anders noch da-selbst auch Leute gibt, die es der Mühe werth achten, zuweilen wenig-stens einen Blick auf den gestirnten Himmel zu richten. Die Sonnezwar erscheint ihnen viel kleiner, im Durchmesser über 5, und in derFläche 27 mal kleiner, als uns, daher auch die Geleuchtung, die Jupitervon der Sonne erhält, 27 mal schwächer ist, als die unserer Erde, undsogar !8V mal geringer, als die Beleuchtung, deren sich Merkur, dernächste Planet an der ^onne, erfreut. Aber eben diese Düsterkeit ihrerTage wird den Astronomen Gelegenheit geben, die übrigen größern Ge-stirne, auch ohne Fernröhre, selbst um die Zeit ihres Mittags zu sehen.Wenn sie überdies; ihre Zeitrechnungen, so wie wir, in letzter Instanzauf die Länge ihrer Tage beziehen, welche viel genauere Zeitbestimmungwerden sie dann haben, da ihre Tage nur zehn unserer Stunden dauern.In diesen zehn Stunden schwingen sich alle Gestirne des Himmels miteiner Schnelligkeit um sie herum, die es ihnen ungemein leicht machenmuß, den Ort derselben für jeden Augenblick mit der größten Schärfezu bestimmen. Da die Körper in ihrem freien Falle auf der Oberflächedieses Planeten, wie wir gesehen haben, in der ersten Secunde durch38 Fuß fallen, oder da die Schwere auf der Oberfläche dieses Planetenbald dreimal größer ist, als auf der Erde, so würde unser Secunden-pendel von drei Fuß dort in einer Secunde schon zwei Schwingungenvollenden, und ein Pendel, welches auf Jupiter seine Schwingungen ineiner unserer Secunden machen soll, müßte eine Länge von acht Fußhaben. Diese schnelle Rotation um ihre Axe wird daher den Astrono-men Jupiters ein Mittel geben, ihre Zeit mit der größten Schärfe zubestimmen, und dieß ist bekanntlich eines der wichtigsten Elemente allerpraktischen Astronomie. Die viele?? Finsternisse, welche ihnen ihre vierMonde bereiten, und die beinahe täglich statt haben, werden ihnen nichtnur den Anblick des gestirnten Himmels verschönern, sondern die vielenkünstlich in einander verschlungenen Bewegungen dieser Monde werdenihnen auch Gelegenheit geben, die vorzüglichsten Eigenschaften derselbenbald und mit großer Schärfe kennen zu lernen. Um endlich die Ent-fernungen der Himmelskörper unter sich selbst sowohl, als auch von Ju-piter zu bestimmen, müssen sie vor Allem eine recht große Basis (I. H.67) haben, um sie ihren Beobachtungen der Parallaxe zu Grunde zu le-