§, 88-89.
Die vier neuen Planeten.
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erwähnten zwölf Sternbilder annahmen, und in welcher sich nebft derSonne, deren Bahn genau in der Mitte des Thierkreises liegt, auch derMond und alle übrigen, den Alten bekannten Planeten bewegten. Alleindie vier neuen Planeten gehen, von der Erde gesehen, zuweilen so weitvon der Ekliptik weg, daß der neue Thierkreis, der sie alle einschließt,eine Breite von mehr als hundert Graden haben müßte.
H. 88. (Große Störungen, welche diese Planeten erleiden.) Durch ihregroßen Excentricitäteu und Neigungen sind diese Planeten den Astrono-men noch in einer anderen, sehr wichtigen Beziehung interessant gewor-den. Wir werden späterhin sehen, daß die Wirkungen, welche die Pla-neten auf einander äußern und wodurch sie die sogenannten Störun-gen ihres Ganges hervorbringen, sehr schwer, ja eigentlich ganz unmög-lich genau zu berechnen sind, und daß man sich also, des vollkomme-nen Zustandes unserer mathematischen Analyse ungeachtet, mit einerbloßen approximirten Rechnung begnügen mußte, die glücklicher Weisehinreichte, die Beobachtungen der alten Planeten, deren Störungendurchaus nur gering sind, genügend darzustellen. Allein die großen Ex-centriciläten und Neigungen der neuen Planeten sind Ursache, daß die-jenigen Störungen, welche sie unter sich sowohl, als vorzüglich von denviel größern ältern Planeten erleiden, ebenfalls viel bedeutender werden,als die der älteren Planeten, und daß jene bloß annähernden Metho-den nicht mehr ausreichen, um auch die Störungen der neuen Planetenden Beobachtungen gemäß darzustellen. Wir sind daher gezwungen, aufandere Mittel zu denken, um jene Approximationen noch weiter treibenzu können, oder mit andern Worten, wir sind gleichsam von der Naturselbst aufgefordert, die Theorie der Mathematik zu vervollkommnen undneue Mittel zu finden, um durch sie die Geheimniße des Himmels näherkennen zu lernen.
Eben so werden wir später sehen, daß diese Störungen, besonderswenn sie sehr groß sind, ein gutes Mittel darbieten, die Massen derstörenden Planeten zu bestimmen. Newton zeigte uns nur, wie man dieMagen derjenigen Planeten finden kann, die mit Satelliten umgebensind. Die Störungen aber konnte er zu diesem Zwecke nicht benutzen,da sie bei den ältern Planeten viel zu klein und auch damals noch nichtgenau geuug bekannt waren. Allein die Störungen, welche die neuenPlaneten z. B. durch Jupiter erleiden, sind so groß, daß sie sogar dasbeste Mittel an die Hand geben, die Masse dieses größten Planetenunseres Systems zu bestimmen, und daß wir, erst seit wir dasselbe inder That angewendet haben, zu der eigentlichen Kenntniß dieser Massegekommen sind.
H. 89. (Sichtbarkeit dieser Planeten.) Da diese netten Planeten soklein sind, so muß es auffallen, daß sie demungeachtet oft in einem sohellen Lichte erscheinen. Ceres zeigt häufige Abwechslungen in ihremGlänze. Zuweilen erscheint sie röthlich und hell, so daß man sie wohlselbst mit freien Augen sehen kann; zuweilen erblickt man sie in einemschwachen weißlichen Lichte, wo sie nur durch Fernröhre sichtbar ist. Be-sonders merkwürdig ist aber das Licht der Vefta. Obschon dieser Planetso ungemein klein ist, so hat er doch ein sehr lebhaftes, den Fixsternenähnliches Licht, und in günstigen Verhältnissen erscheint er selbst demfreien Auge als ein Stern der sechsten Größe. Es ist möglich, daß die-ser Planet aus einer harten Masse besteht, die sich in ihren äußerstenSchichten als eine Menge von spiegelnden Flächen, wie Demantfelsen,um ihn anlegt, oder auch, daß dieser Planet, wie die andern Sternedes Himmels, ein eigenes intensives Licht besitzt.