Druckschrift 
Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
296
Einzelbild herunterladen
 

Venus. 52.

Gott des Krieges, erhielt das Symbol ^ des Pfeiles mit dem Schilde,das zugleich das Eisen, das dem Krieger unentbehrlichste Metall, be-zeichnet. Juviter wurde durch 2p angedeutet, welche Figur in derältesten Schreibart der erste Buchstabe des griechischen Wortesgehabt haben soll. Welchen Zusammenhang der Gott der Götter mitdem Zinne haben soll, mögen die Mineralogen entscheiden. Saturnerhielt das Zeichen 5>, einer Sichel oder Sense, da dieser Gott die allesabmähende Zeit vorstellen sollte. Das Blei mag dasselbe Zeichen erhal-ten haben, weil die blasse Farbe dieses Planeten einige, obwobl nur sehrentfernte Aehnlichkeit mit der Farbe dieses Metalls hat. Das Zeichender Erde K endlich, eine Kugel mit einem darüber stehenden Kreuze,bezieht sich auf die Erlösungsgeschichte, und das des Uranus K aufgar nichts. Von den vier neuen Planeten ist die Sichel dasSymbol der fruchtbringenden Ceres; die Lanze ^ das der kriegerischenPallas; das Zepter ^ gehört der königlichen Juno, und endlich derAltar ist das Emblem der Vefta, welcher zu Ehren die Alten einimmerwährendes Feuer unterhielten.

§. 52. (Andere, ältere astronomische Benennungen der Sternbilder.) OhneZweifel hatten auch die übrigen in der Astronomie eingeführten Zeicheneinen nähern Zusammenhang mit den Verhältnissen und den Zeiten,unter welchen sie erfunden worden sind. So scheint z. B. von den Zei-chen des Tbierkreises (I. tz. 53) der Widder v die Hörner, der Stier ^den Vorderkopf dieses Thieres, der Wassermann die wellenschlagendeBewegung des Wassers u. f. anzudeuten. Manche andere mögen mitder Zeit entstellt oder gänzlich unkenntlich geworden seyn. Es scheint,Haß diese Zeichen und Benennungen der Sternbilder des Thierkreisesdem grauesten Alterthume angehören, und daß wir vielleicht kein älteresMonument besitzen, als eben sie. Man hat darüber Untersuchungen undVermuthungen in Menge aufgestellt, und ganze Bibliotheken geschrieben,ohne eben dadurch den Gegenstand sebr gefördert zu haben. Dupuis,Bailly u, a. wollten sie mit religiösen Institutionen der alten Völkerund mit der Culturgeschichte derselben in Verbindung bringen, das Alterder Erde daraus ableiten, und was dergleichen Bemühungen mehr sind,die alle ohne Erfolg blieben, und wahrscheinlich auch ferner bleiben wer-den, da diese Denkmäler der Vorzeit selbst zu unbestimmt sind, um nureinigermaßen sickere Schlüsse darauf zu bauen. Einige derselben scheinensich in der That auf den Zustand des Himmels zu der Zeit, wo sieerfunden wurden, zu beziehen. So meint Laplace, daß der Krebs undder Steinbock das Rückgehen der Sonne zur Zeit ihrer Solftitien, sowie die Wage die Gleichheit der Tage und Nächte zur Zeit der Aequi-noctien angezeigt haben könnten. Der Steinbock aber, der jetzt den tief-sten Punkt der Ekliptik einnimmt, wurde nach Laplace wahrscheinlich aufden höchsten Punkt derselben gestellt, weil man dieses Thier nicht in denSchluchten, sondern immer nur auf den höchsten Gipfeln der Felsenfindet. Wenn aber diese Vermuthung des großen Geometers richtig ist,so muß dieß zu einer Zeit geschehen seyn, die wenigstens l50Nv Jahrevor die unsere fällt, wie man durch die oben (I. 190. 194) erklärtePräcession der Nachtgleichen leicht finden kann. Zu dieser Epoche fieledann auch das Sternbild der Wage, die jetzt in der Nähe des Herbst-punktes ist, in das Frühliugsäquinoctium, und beinahe alle übrigenZeichen dis Thierkreises erhielten dann eine auffallende Beziehung zudem Klima und der Agricultnr des alten Aegyptens, in welchem Landediese Zeichen und Benennungen erfunden seyn sollen. Ohne dieser An-sicht widersprechen zu wollen, da man sie eben so wenig beweisen als