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Auge blendet und jede kleine Uuvollkommenheit des Fernrohrs ver-größert, vielleicht auch, weil er mit einer sehr dichten Atmosphäre um-geben ist, die seinen Rand sowohl als auch die Gränzen seiner Phasenundeutlich macht.
Durch die Helligkeit seines Lichtes fiel er schon den Alten besondersauf. Er ist der einzige unter den Planeten, der in den ältesten der aufuns gekommenen Gedichte erwähnt wird. Homer nennt ihn (lliast. XX U.318) den Schönsten,
„Hell wie der Stern vorstrahlt in dämmernder Stunde des Melkens,
„Hesperus, der der Schönste erscheint vom den Sternen des Himmels."
Diese Benennung „Hesperus oder Ve^rerliAo (Abendstern)" erhielter, weil man ihn wahrscheinlich zuerst als einen Wandelstern zu derZeit erkannte, wann er in den Abendstunden am westlichen Himmelsichtbar wurde. Einen ähnlichen hellen Stern bemerkte man bald auchin den Morgenstunden an der Ostseite des Himmels, daher man diesenPhosphorus, Lichtbringer oder Morgenstern, nannte. Es war vielleichtkeine kleine Aufmerksamkeit nöthig, zu erkennen, daß beide Sterne nureiner und derselbe sind. Man sagt, daß Pythagoras die Identität dieserbeiden Gestirne zuerst erkannt habe. Uebrigens haben wir schon bemerkt,daß Merkur dieselben Ansprüche auf eine solche Doppelbeneunung hat,da beide Planeten als Abendsterne erscheinen, wenn sie in (2) (Fig. 39)auf der Ostseite der Sonne, und als Morgensterne, wenn sie in (4) aufder Westseite der Sonne stehen. Doch zog Venus, durch ihren Hel-lern Glanz, die Aufmerksamkeit der Menschen besonders auf sich, unddie Dichter der Griechen und Römer sind voll von dem Lobe ihrerSchönheit.
Auaüs ndi oceani perlnsus iueiker „ndil.
Auem Venus ante alio« nstrornin tlüiAit i^nes,
Lxtulit 08 sneruin eoeio tenedi'ns^ue resolvit.
^en. VIII. 589.
Die neueren Dichter, die sonst mit dem gestirnten Himmel wenigerbekannt zu seyn scheinen, da sie beinahe nur von Wein und Liebe singen,fanden doch diesen Planeten selbst für sie noch zu auffallend, um ihnganz aus ihrem Gebiete auszuschließen:
Vl-ioull to maukiutl) slie KNtwi'8 froiu afiir,
t!ie ev'uiuZ, uo>v t!ie morumA swr.
Dieselben Alten haben den Planeten auch verschiedene Zeichen ge-geben, deren Bedeutung jetzt nicht mehr sehr leicht zu entziffern seynmöchte. In spätern Zelten hat man diese Zeichen mit der Mineralogieund selbst mit der Alchymie in Verbindung gebracht, wo sich dann dieAstrologen derselben bemächtigten und viel unsinnige Dinge darüber zuschwatzen wußten. Auf diese Weste wurde der Planet Merkur, wiebereits gesagt, mit dem Quecksilber gepaart, die beide, jeuer in derAstronomie, und dieser in der Mineralogie, das Zeichen erhielten, wo-durch der Stab vorgestellt werden sollte, mit welchem der Gott Merkurdie Geister der abgeschiedenen Menschen der Unterwelt zuführt. Venuserhielt das Zeichen eines Spiegels mit einer Handhabe, des nothwen-digsten Attributs emer GöUin der Schönheit. In der Mineralogiewird dadurch das Kupfer bezeichnet, und wahr,chelulich wurden auch dieersten Spiegel der Alten aus diesem Metalle verfertigt. Mars, der