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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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Die Sonne.

§. 17.

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daß polarisirtes Licht nicht in allen Lagen des Spiegels reflectirt wird,gemacht hatte, fand bald darauf noch eine zweite, und in ihren Folgenviel wichtigere. Er fand nämlich, daß man durch bloße Reflexion derStrahlen von durchsichtigen Spiegeln jeder Art auf eine sehr einfacheWeise polarisirtes Licht erzeugen kann. Wenn die Lichtstrahlen von ei-nem gewöhnlichen Glasspiegel unter einem Winkel von 35°.4 oder vonder Oberfläche des Wassers unter einem Winkel von 37°.3 zurückgewor-fen werden, so ist dasselbe ganz eben so vollkommen polarisirt, als dasdurch den isländischen Krystall gehende Licht nur immer seyn kann.Seit der Zeit der Griechen, seit mehr als zweitausend Jahren kennt mandie Reflexion des Lichts durch die Spiegel, aber nie ist eö weder einemKünstler, noch einem Theoretiker der alten und neuen Zeiten eingefallen,in dieser Reflexion etwas anderes, als ein Mittel zu suchen, die Strah-len der Sonne entweder zn vereinigen oder zu zerstreuen, also überhauptnur ihre gegenseitige Lage zu ändern, uwd Niemand hat es auch nurvon ferne geahnet, daß man dadurch zugleich eine völlige Aenderung derNatur des Lichtes selbst hervorbringen könne.

Seitdem hat Arago noch eine andere Art, polarisirtes Licht zuerhalten, entdeckt. Die auf diese Art pvlarisirten Strahlen geben, wennsie durch einen isländischen Krystall gehen, zwei verschiedene Bilder,deren jedes in einer bestimmten, sehr lebhaften Farbe erscheint. Wennauch z. B. der einfallende Strahl ganz weiß ist, so ist doch der gewöhn-liche Strahl vollkommen roth, oder gelb, oder grün u. f., je nach derSeite, welche dieser Strahl dem Krystalle bei seinem Eintritt in dasselbezuwendet. Der außerordentliche Strahl aber ist nicht nur immer voneiner ganz andern Farbe, als der gewöhnliche, sondern die Farben derbeiden Strahlen sind zugleich die verschiedensten, die man finden kann,z. B. stark roth und hellgrün, orange und violett u. s. w. Wenn diesesauf eine neue Art polarisirte Licht von einem diaphanen Spiegel zurück-geworfen wird, zeigen sich ebenfalls neue und sehr merkwürdige Erschei-nungen. Ist z. B. einer dieser anfänglich weißen Strahlen vertikal,und begegnet er einem Glasspiegel unter einem Winkel von 35 Graden,so kann der Spiegel um den Strahl witlkührlich gedreht werden, wenner nur immer dieselbe Neigung gegen den Strahl beibehält, ohne daßje wieder weißes Licht von ihm zurückgeworfen wird. Das reflectirteLicht wird nach der Ordnung, wie man den Spiegel wendet, von derrothen bis zur violetten alle Farben des Spectrum wieder geben, abernie die weiße, so daß man also, um diese Versuche zu erklären, nichtbloß vier, sondern eigentlich unzählige Pole eines jeden einzelnen Licht-strahls annehmen muy, und daß jede einzelne Seitenlinie des Strahlen-cylinders seine eigene Farbe, seine eigene Natur zu haben scheint. Durchdieses Verfahren kann man also zugleich das weiße Sonnenlicht, bloßmit Hülfe der Reflexion, ganz eben so gut in seine einfachen Farbenzerlegen, wie man es, seit Newton, bisher nur mit K>ülfe des Pris-ma gethan hat. Zwar sind die Farben, welche man' auf diese Arterhält, weniger lebhaft, aber die Bilder der Gegenstände, welche mandadurch darstellen will, sind dafür auch in ihren Umrissen nicht mehrverzerrt, wie dieß bei dem Prisma der Fall ist.

H. !7. (Interferenz des Lichtes.) Noch interessanter und wunder-barer zugleich sind diejenigen erst seit Kurzem bekannten Erscheinungendes Lichtes, die man unter der Benennung der Interferenz desselbenzu bezeichnen pflegt. — Wenn man durch eine kleine runde OcffnunqLlchtjrrahlen in ein verfinstertes Zimmer läßt, so bilden dieselben auferner der Oeffnung gegenüber stehenden Wand bekanntlich einen runden