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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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257
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§. Die Vvnne. 237

zwischen orange und gelb liegt. — Man hat früher geglaubt, daß diehelleren Stellen des Spectrnm auch zugleich die heißesten seyen, d. h.das; dre größte Intensität des Lichts mit jener der Temperatur zusam-menfalle, daher Landriani, Sennebier u. a. die gelben Strahlen für dieheißesten hielten. Allein der ältere Herzchel hat durch unmittelbare Ther-mometer-Beobachtungen gezeigt, daß erstens die Temperatur in demMazze zunehme, wie mau von den violetten zu den rothen Strahlen fort-geht, und daß zweitens die höchste Temperatur noch etwas jenseits derrothen Farbe, al,o an,zerhalb des Spectrum liege. Daraus folgt, daßdie Sonne nicht bloß sichtbare Lichtstrahlen, sondern daß sie auch unsicht-bare Wärmestrahlen habe, und daß die Brechbarkeit der letzten kleinersey, als die der ersten, weil, wie schon erwähnt, unter den sichtbarenStrahlen die rothen die kleinste, und die violetten die größte Brechunghaben. Selbst in der Entfernung von zwei Zollen von den äußerstenrothen Strahlen ist die Temperatur der Wärmestrahlen noch beträchtlich.Englefield fand die Temperatur der blauen Strahlen 13° Reanmnr,der grünen 14°, der gelben 17°, der rothen 22°, und die höchste Tem-peratur jenseits der rothen Strahlen 26°. Seebuch, der diese Beobach-tungen mit besonderem Fleiße wiederholte, fand den Ort der höchstenTemperatur verschieden je nach der Materie, aus welcher das Prismagemacht wurde. Für das Glas gaben die rothen Strahlen die größteWärme, für Ammoniacsalz und Schwefelsäure die orangefarbnen, fürWasser, Alcohol und mehrere Oele die gelben u. f. w.

H. IN. (Chemische Wirkungen des Spectrnm.) Die verschiedenenStellen des Sonnenspectrum unterscheiden sich auch noch durch ihrechemischen Wirkungen. Schon Scheele hatte bemerkt, daß salzsauresSilber in der blauen Farbe des Spectrum viel eher und viel stärkerschwarz werde, als in der rothen, und der jüngere Herschel fand später,daß die größte Intensität dieser chemischen Kraft noch etwas jenseits dervioletten Strahlen, also wieder außerhalb des Spectrum, liege, so daßalso das uns sichtbare Spectrum auf der einen Seite von den inten-sivsten wärmenden, und auf der andern von den intensivsten chemischenStrahlen begränzt wird. Die ersten, auf der Seite der rothen Farbe,stellen sogar das in der blauen Farbe geschwärzte salzsaure Silber we-nigstens großentheils wieder her, so daß also die erste Gattung der un-sichtbaren Strahlen, die neben der rothen Farbe, die Oxygenation, unddie zweite Gattung, neben der violetten Farbe, die Desoxygenation derKörper befördern. See buch, der die Beobachtungen der chemischenWirkungen der Farben mit besonderer Umsicht anstellte, fand, daß jedeFarbe auf das salzsaure Silber eine besondere Wirkung äußere, da esin der violetten Farbe braunroth, in der blauen btaßgrau, in der gelbenweißgelb, und in der rochen Farbe ebenfalls röthlich wurde.

H. II. (Magnetische Wirkungen des Spectrum.) Endlich hat man,in den letzten Zeiten, auch noch verschiedene magnetische Kräfte in deneinzelnen Theilen des Sonnenspectrum entdeckt. Schon Morichini fand,daß gewöhnliche Stahlnadeln in dem violetten Farbentheile von selbstmagnetisch werden. Earpa, Rudolfi und Davy bestätigten diese Beobach-tungen, und Sommerville fand überdies, da>z auch die blaue und grüneFarbe der Nadel noch eine magnetische Kraft, obgleich eine schwächere,mittheile, während im Gegentheile die gelbe, orange und rothe Farbegar keine solche Kraft zu besitzen scheint. Prof. Baumgartner inWien fand, daß Stahldraht, dessen eine Hsckste pplirt, die andere aberrauh ist, wenn er dem weißen Lichte der Sonne einige Zeit dnrch aus-gesetzt ist, magnetisch wird, indem die beiden Enden des polirteu Theils

Littrow. ! 7