2Ag Die Sonne. 8—v.
feine Gewebe, noch immer derselbe Verräther unserer verborgensten Ge-fühle seyn, aber das Rosenlichr der Liebe und die Purpurfarbe derSchaamrötye würde nicht mehr auf der jugendlichen Wange blühen, undselbst jene verrätherische fliegende Röthe des welkenden Gesichtes des Er-krankten würde nicht mehr die herannahende, oft willkommene Befreiungvon de ? Lager der Schmerzen verkündigen.
tz. 8. (Eigenschaften des Sonnei specti ums.) Der in seine Farben 'er-legte Sonnenstrahl erscheint, wenn er von e.'ner weinen Tafe. aufgefan-gen wire, auf derselben unter der Gestalt eines an seinen ariden kürze-ren Se'ten abgerundeten Rechtecks, welches n an das Farbenspec-rum zunennen pfl gt. Nimmt man die Länge dieses Spectrums als Einheitan, so beträgt davon das rothe Licht 0.12, d's orangefarbne 0.07, dasgelbe 0. 3, das grüne 0.17, das blaue 0.17, d"6 indigofarbne 0.11, undendttu das violette 0.23 Theile, so daß also das violette den größtenund das orangefarbe den kleinsten Raum einnimmt. Im Jahre 1802aver bemerkte Wottaston zuerst in diesem Spectrum zwei ganz schwarzegeraae Linien, die semrecht auf die zwei längsten Seiten des Rechtecksstanden, und vn welchen die eine in der grünen, und die andere in derblauen Farbe sich zeigte. Er verfolgte diese Entdeckung nicht weiter, bissie, meyrere Jayre später, von Fraun hofer, dem Wollaston's Beob-achtung unbe annt war, dahin erweitert wurde, daß er eine große An-zahl, be nähe 600 solcher schwarzen Streifen in dem Svnnenspectrumfand, die alle unter sich parallel und von verschiedener Dicke undSchwär e waren. Man sieht diese Linien, wenn man das Spectrumdurch em Fernrohr beobachtet, immer in denselben relativen Distanzenvon einan er sowohl, als auch von den Gränzen der einzelnen Farben.Wenn '. B. drei schwarze Linien bemerkt werden, von welchen die bei-den er.een doppelt so weit von einander abstehen, als die beiden letzten,uno von welchen die mittlere die größte ist, und genau in der Mitte dergrünen Farbe liegt, so findet man alle diese Verhältnisse bei jedem an-dern Spectrnm w eder, welcher Art auch das Prisma von Glas. Krystall,Wasser u. dgl. seyn mag, dessen man sich zur Spaltung des Sonnen-strahls bettente. Ihre Anzahl, die Ordnung ihrer Aufeinanderfolge, ihreIntensität ist immer dieselbe, wenn nur der Strahl entweder direct, oderauch indirect, z. B. durch Reflexion, von der Sonne kömmt. DasLicht des ^Mondes, der Planeten, der Firsterne, ferner das unseresLampen- ober Küchen-Feuers, oder das der elektrischen Funken zeigtzwar auch jene schwarzen parallelen Linien, aber in ganz anderer Ord-nung und Vertheilung, so daß jedes Licht sein eigenes System dieserLinien zu haben ,cheint. Das Licht des Sirius z. B. hat in der orangenund geloen Farbe gar keine schwarzen Streifen, dafür mehrere starke inder grünen und blauen, die das Svnnenspectrum nicht zeigt. Die Strei-fen in dem Lichte der Zwillinge sind wieder von denen des Sirius ver-schieden u. s. w., so daß vielleicht jeder Fixstern sein eigenes Licht-Systemhat. Da diese Linien in dem Spectrum eines jeden Ortes immer einefeste, unveränderliche Stelle einnehmen, so geben sie ein viel sichereresMittel, die Brechung der Lichtstrahlen und die einzelnen Farben zu mes-sen, als man früher hatte, wo man nur diese immer sehr schlecht be-gränzten Farbenstreifen selbst als die eigentlichen Veobachtungspunktenehmen mußte.
h. 9. (Verschiedene Intensität des Spectrums.) Die Intensität oderdie Stärke der Beleuchtung ist nicht in allen Theilen des Sonnenspectrumsgleich groß. Fraunbofer fand durch sehr genaue Beobachtungen mitdem Photometer, daß die stärkste Beleuchtung sehr nahe bei der Gränze