216 Der Mond der Erde u. die Satelliten d. übrig. Planeten. i?s.
wird er uns nur einen Seitentheil derselben bedecken, oder die Finsterniß
wird partial sel)N.
Bei einer Mondsfinfterniß sehen alle Bewohner der Erde, die nur
überhaupt noch den Mond sehen, die Finsterniß in demselben Augen-blicke, und auch von derselben Große, weil hier der Mond, durch derErdschatten, seines Lichtes in der That beraubt wird. Bei einer Son-nenfinsternis; aber wird das Licht der Sonne durch den Mond nur ver-stellt, und zwar nur für diejenigen verstellt, welche sich in der Richtungder durch Sonne und Mond gehenden Linie befinden, während die au«jener Richtung liegenden Bewohner der Erde, wie dort bei der Wolke,diese Finsterniß entweder gar nicht, oder doch eine andere Größe der-selben sehen. Man sieht daraus, daß die Berechnung einer Sonnen-finsternis; mehr Schwierigkeiten darbietet, als die einer Mondsfinsternissweil dort auch auf den Stand des Beobachters Rücksicht genommer,werden muß, die hier ganz wegfällt. Doch hat man die Regeln, welcheman bei' der Berechnung beider Arten von Finsternissen zu beobachtenbat, auf so einsacke Ausdrücke zurückgebracht, daß sie von jedem nu:mit einiger Kenntniß des Gegenstandes versehenen Anfänger ohne Müh:ausgeführt werden können.
Uebrigens find die Sonnenfinsternisse für die ganze Erde im allge-meinen viel häusiger, als die des Mondes, da in 18 Jahren nahe 49derselben statt haben. Für einen bestimmten Ort der Erde aber, z. B.für Paris und Wien find die daselbst sichtbaren Sonnenfinsternisse beinajedreimal seltener, als die Monds finstern isse, so daß im Durchschnittejeder Ort nur alle zwei Jahre eine Sonnenfinsternis;, und erst in AllJahren eine totale zu erwarten hat.
Die nächsten in Europa sichtbaren größeren Sonnenfinsteruisse sind:
1836 am 15. Mai. ' :
1837 — 4. Mai.
1839 — 15. März.
1841 — 21. Februar und 18. Julius.
1842 — 8. Julius.
1847 — 9. October.
1851 — 28. Juli.
Die älteste Nachricht von Finsternissen, die auf uns gekommen, istdie von dem Jahre 2559 vor Eh. G>, welche wie die heiligen Bücher derChinesen erzählen, die Astronomen Ho und Hi falsch berechneten, unddafür mit dem Tode bestraft wurden. Die älteste eigentliche Beobach-tung von Finsternissen aber hat uns Ptolemäus in seinem Almagesterhalten. Sie bestehen in zwei Mondsfinfternissen, welche die Cbaldäerzu Babylon i. J> 749 und 729 vor Eh. beobachtet haben.
Während die Mondsfinsternisse nur zur Zeit des Vollmonds statt ha-ben, wo sich die Erde in gerader Linie zwischen Sonne und Mond befindet,so ereignen sich im Gegentheile die Sonnenfinsternisse nur zur Zeit desNeumonds, wo der Mond in gerader Linie zwischen Sonne und Erdesteht. Sey 1 L und 8 (Fig. 29) der Mittelpunkt der Erde, des Mondsund der Sonne zur Zeit des Neumonds. Zieht man die Tangentenund Hin auf denselben Seiten des Monds und der Sonne, soerhält man dadurch den kegelförmigen Kernschatten uina, den der Mondauf die Erde wirft und dessen Spitze, wenn sie in die Erde eindringenkönnte, bis b reichen würde. Zieht man aber die Tangente Hn undauf entgegengesetzten Seiten des Monds und der Sonne, so erhältman dadurch den Halbschatten nenist des Monds, der ebenfalls ein Kegelist, dessen Spitze in o, zwischen Mond und Sonne, liegt.