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Nächste Folgen d. elliptischen Bewegung d. Planeten.
§. 154.
der Erde ein Kreis, und die Bewegung der Erde in demselben gleich-förmig wäre. Die Excentricität der Erdbahn, so gering sie auch, inBeziehung auf die-Axe derselben, ist, hat doch einen sehr wesentlichenEinfluß auf die Dauer der Jahreszeiten, einen Einfluß, den wir zwar,während der kurzen Zeit eines Menschenlebens, nicht bemerken, der sichaber mit der Folge von Jahrhunderten immer mehr entwickeln undendlich auch selbst den Bewohnern der Erde fühlbar werden mag.
H. 154. (Zeitbestimmung. Sternzeit.) Die bisher betrachtete Be-we gung der Erde, um sich selbst sowohl, als auch um die Sonne, ist zu-gleich die Grundlage aller unserer Zeitrechnungen, eines der wich-tigsten Elemente des bürgerlichen sowohl, als auch des wiflenschaftlichenLebens, daher sie hier eine besondere Rücksicht verdient.
Wir nennen bekanntlich Zeit den Eindruck, welchen eine Reihe vonaufeinander folgenden Ereignissen auf unser Gedächtniß macht. Ge-wöhnlich mejlen wir sie durch die Bewegung irgend eines Körpers, vonwelchem wir voraussetzen, daß die Geschwindigkeit desselben immer die-selbe ist. Bei der Bewegung des Pendels z. B. haben wir diese Eigen-schaft bemerkt, daher man dasselbe auch bei unsern Uhren allgemein zumZeitmaße angewendet hat.
Aber auch am Himmel bemerken wir mehrere solche Bewegungen,die, allen unsern, selbst den genauesten Erfahrungen zu Folge, völliggleichförmig vor sich gehen, und daher zur Zeitbestimmung sehr geschicktsind. Dahin gehören vor allen die Rotationen der Planeten, und unterdiesen besonders die tägliche Rotation der Erde um ihre Are, die, derTheorie und den Beobachtungen gemäß, völlig gleichförmig und seit denältesten Zeiten immer dieselbe ist.
Man erkennt diese Bewegung der Erde an den Fixsternen, die ihrenOrt am Himmel nicht ändern und sich doch, in Folge jener Drehungder Erde, täglich um uns zu bewegen scheinen, und man sagt, daß einTag vollendet ist, wenn ein solcher Firstern für uns wieder an dem-selben Punkte, z. B. für einen fixen Standpunkt des Auges, an derselbenThurmspitze erscheint, an welcher er gestern erschienen ist. Diese Zeiteines ganzen Tages pflegt man dann in 24 gleiche Theile einzutheilen,die man Stunden nennt, deren jede wieder 6V Minuten, und jedeMinute 60 Secunden hat, und diese kleineren Theile des Tages sind eseben, welche wir dnrch die oben erwähnten Pendel, d. h. durch unsereUhren, zu messen pflegen.
Da hier von der scheinbaren Bewegung des Himmels, d. h. von derwahren täglichen Bewegung der Erde, die Rede ist, und da diese umdie Axe der Erde, oder parallel mit dem Aequator, vor sich geht, sokann man auch sagen, daß der Tag die Zeit ist, in welcher jeder Punktdes Aequators seinen ganzen Umkreis oder volle 360 Grade um denMittelpunkt der Erde zurücklegt, so daß daher in einer Stunde 15 Grade,in einer Zeitminute 15 Raumminuten, und in einer Zeitsecunde 15Raumsecunden des Aequators durch den Meridian gehen.
Gewöhnlich wählt man zu diesem Zwecke unter den fixen Punktendes Himmels denjenigen, welchen eben der Frühlingspunkt einnimmt.Dieser Punkt ist zwar, wie wir bereits gesehen haben, selbst nicht ganzunbeweglich, aber seine Bewegung ist so langsam und gleichförmig, daßman, wenigstens bei dieser ersten Betrachtung des Gegenstandes, sie ganzaußer Acht lassen kann.
Wir sagen also, daß der Sterntag gleich ist der Zwischenzeitzwischen zwei nächsten Durchgängen des Frühlingspunktes durch denMeridian, und daß, für einen jeden Ort der Erde, dieser Tag in dem