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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
132
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Planetensysteme. 9394.

Die Sonne endlich wird durch V und der Mond unserer Erdedurch C angezeigt. Von diesen Himmelskörpern waren fünf den Altenunbekannt. Uranus nämlich wurde erst am 13. März 1781 von Her-schel Ceres am 1. Januar 1801 von Piazzi, Juno am 1. Septbr. 1804von Harding und Pallas am 28. März 1802, so wie Vesta am 20. MärzI807 von Olbers entdeckt. Von diesen Planeten hat die Erde einen,Jupiter vier, Uranus sechs und Saturn endlich sieben Monde mit einemDoppelringe, der den letzten Planeten concentrisch umgibt.

Hier handelt es sich vor allem um die Anordnung oder um die gegen-seitige Stellung dieser Himmelskörper. Diese Stellung kann aber nurein Resultat der Beobachtungen seyn, und nicht, wie wohl mehrere Phi-losophen der alten und neuern Zeit versucht haben, n priori oder aushyperphysischen Gründen, die hier so viel als keine Gründe sind, bestimmtwerden. Sehen wir also, was uns die Beobachtungen über diese Stel-lung der Planeten gelehrt haben.

H. 03. (Mannigfaltige Bewegungen der Planeten.) Zuerst bemerkenwir, daß die Planeten zwar auch, wie die Sonne und der Mond, eineeigene Bewegung unter den fixen Sternen von West gegen Ost haben,abgesehen von der täglichen, allen Himmelskörpern gemeinschaftlichenBewegung, die, wie wir bereits wissen, nur scheinbar ist, und ihrenGrund in der täglichen Bewegung der Erde um ihre Axe hat. Alleindiese Bewegung der Planeten ist keineswegs so regelmäßig, wie die derSonne oder des Mondes, und sie ist nicht einmal immer, wenn gleichgrößtentheils, nach Osten, sondern auch öfter nach Westen gerichtet; jazuweilen scheinen diese Körper sogar gänzlich stille zu stehen, und ihrenOrt am Himmel durch längere Zeit gar nicht zu ändern.

Diese Abwechslungen ihrer Bewegungen sind offenbar in regelmäßigePerioden eingeschlossen, die, wie man bald bemerkt, von dem Standedieser Körper gegen die Sonne oder von dem Winkel abhängen, welchendie Gesichtslinien von unserm Auge nach der Sonne und nach den Pla-neten unter sich bilden. Die nach Ost gerichtete Bewegung nennt mandireet oder rechtläufig, die nach West gekehrte retrograd oder rück-läufig, und wenn der Planet seinen Ort am Himmel einige Zeit dnrchnicht verändert, heißt er stationär oder stillstehend.

Die Erscheinungen, von denen hier die Rede ist, sind wohl im All-gemeinen für alle Planeten dieselben, aber die beiden erstgenannten,Merkur und Venus, zeigen doch mehrere Eigenheiten, welche bei denübrigen nicht angetroffen werden, daher wir gleichsam beide Klassen vonPlaneten gesondert betrachtet wollen.

§.04. (Bewegung der unteren Planeten.) Jene zwei, die man auchdie unteren Planeten heißt, entfernen sich scheinbar nie weit von derSonne, so daß sie gleichsam als Begleiter derselben anzusehen sind, wäh-rend alle übrigen sich in alle Entfernungen von ihr wagen, und daherauch oft an der der Sonne gegenüberstehenden Gegend des Himmelserscheinen. Wenn die unteren Planeten der Sonne am nächsten stehen,und ihre Scheibe, wie der Mond im Volllichte, ganz beleuchtet und zu-gleich am kleinsten erscheint, so ist ihre directe Bewegung zugleich amschnellsten, oder sie entfernen sich am geschwindesten von der Sonne gegenOst. Wenn auf diese Weise Merkur nahe 23 Grade östlich von derSonne sich entfernt hat, kömmt er wieder zu ihr zurück, obschon seineBewegung, in Beziehung auf die Fixsterne, noch immer direct, aber auchschon sehr langsam geworden ist. Wenn er auf diesem Gang zur Sonneetwa 18 Grade von ihr absteht, verschwindet seine Bewegung gänzlich,und er wird stationär. Bald darauf nimmt er eine retrograde Bewe-