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nahe parallel laufen, aber dann mit den wachsenden Breiten immerunregelmäßiger werden, doch so, daß sie sich alle am meisten gegen den j
Nordpol erheben, östlich in der 'Nähe des Meridians, der durch die ^Mitte von Deutschland geht, und westlich in einem durch die WestküsteAmerikas gehenden Meridian, während sie wieder am meisten gegen denAequator herabsteigen, in den beiden Meridianen, die durch die Mittevon China, und durch die Ostküste von Nordamerika gehen.
91. (Erscheinungen für eine größere oder kleinere Schiefe der Ekliptik).
Alle diese und noch viele andere Erscheinungen, die wix aus der Ober-flache der Erde bemerken, sind eine Folge der Jahreszeiten, und durchdiese eine mittelbare Folge der oben erwähnten schiefen Stellung derErdave gegen die A.re der Ekliptik. Würden diese beiden A.ren zusam-menfallen, also die Schiefe der Ekliptik, die jetzt nahe 23.5 Grade beträgt,gleich Null seyn, so würde, wie schon erwähnt, die mittägige Höhe derSonne für jeden Ort der Erde durch das ganze Jahr dieselbe, und füralle Orte der Erde würde der Tag immer gleich der Nacht seyn. Wirhaben bereits oben die Nachtheile einer solchen Stellung der Erdaxeangegeben. Wäre aber der Winkel der Ekliptik mit dem Aequator größerals jetzt, und z. B. gleich ^45 Graden, so würde die heiße Zone vondem Aequator zu beiden Seiten desselben bis zu dem Paraltelkreise von45", und die beiden kalten Zonen würden von 45" bis 90" oder bis zuden Polen gehen; und es würde, in der obigen Bedeutung des Wortes,. !keine gemäßigte Zone mehr geben. Dieser Mangel würde ohne Zweifeleinen sehr wichtigen Einfluß, nicht blos auf die Cultur unseres Bodens,sondern auch auf unsere geistige Bildung haben, und unserer ganzen !Menschengeschichte eine andere Gestalt geben. So lange die Erde besteht,ist weder in der heißen, noch in der kalten Zone irgend eine neue Wahr-heit entdeckt, oder eine merkwürdige Erfindung in der Wissenschaft ge-macht worden. Die beiden Extreme der Temperatur treten der körper-lichen und geistigen Entwicklung des Menschen feindlich entgegen, undnur in dem gemäßigten Erdstriche scheint die Natur mit einer 'Art vonVorliebe die feinsten Genüsse, die angenehmsten Früchte und die edelstenund geistreichsten Menschen zu erzeugen.
Noch nacbtheiliger endlich würde jene Einrichtung seyn, in welcher !die Erdaxe auf der A.re der Ekliptik, also auch der Aequator auf derEbene der Erdbahn senkrecht stünde, oder wo die Schiefe der Ekliptik j90 Grade betrüge. Dann würden alle drei Zonen von dem Aequator !bis zu den Polen gehen, oder jede derselben würde sich, unabhängig vonden beiden übrigen, über die ganze Erde erstrecken. Bei dieser Lage derEkliptik würde zur Zeit des Anfangs des Sommers der nördlichen He-misphäre die Sonne senkrecht über dem Nordpol stehen, und diese Hälfte !der Erde eine längere Zeit durch beleuchten, während die andere Nachthat, indem die Lichtgränze für diese Zeit mit dem Aequator zusammen- 'fällt, und der Nordpol in der Mitte der heißen Zone liegt. Bald dar- ^auf würde sich diese Lichtgränze, die den Aequator immer halbirt, aufder Ostseite gegen den Nordpol, und auf der Westseite eben so vielgegen den Südpol ziehen, bis sie, nach drei Monaten, zur Zeit unseresHerbstes, senkrecht auf dem Aequator steht, und durch beide Pole geht,wo daher Tag und Nacht ans der ganzen Erde einander gleich sind.Von da dreht sich die Lichtgränze noch weiter in derselben Richtung,bis sie endlich, sechs Monate nach der ersten Epoche, wieder mit demAequator zusammenfällt, wo dann die südliche Hälfte der Erde gegen ldie Sonne gewendet, und die ganze nördliche von ihr abgekehrt ist, so !daß jetzt der Südpol die Sonne im Zenith sieht, und der Nordpol seine