>
''
'V
himmlischen Aequators oder in der nördlichen Declination von 23.5Graden sehen.
Von allem das Gegentheil erfolgt ein halbes Jahr später, am 21.Dec., wo die Erde in dem entgegengesetzten Punkte I> ihrer Bahn undwo der Nordpol p, derselbe, der früher zur Sonne hin geneigt war, jetztum denselben Winkel von der Sonne weg gewendet ist.
Da auch hier wieder die Schattengränze auf der Linie 8ti, welchedie Sonne mit der Erde verbindet, senkrecht steht, so ist nun der Nord-pol p immer in der dunkeln und der Südpol q immer in der hellen Erd-hälfre, oder die Sonne geht für jenen Punkt nicht mehr auf und fürdiesen nicht mehr unter. Die sämmtlichen Parallelkreise werden jetzt vonder Schattengränze ganz eben so ungleich, wie zuvor, getheilt, aber mitdem Unterschiede, daß jetzt in der nördlichen Hemisphäre die größerenTheile im Schatten liegen , oder daß hier die Nächte länger sind, alsdie Tage, während das Gegentbeil in der südlichen Hälfte Statt findet.Jetzt sehen die Bewohner des südlichen Wendekreises d die Sonne in ih-rem Zenithe, während sie für den Aequator u. im Mittage um 23°.5 undfür den nördlichen Parallelkreis e um 47° vom Zenithe entfernt ist, undendlich für den nördlichen Polarkreis st nur mehr im Mittage für einenAugenblick im südlichen Horizonte erscheint. An diesen Tagen wird einAuge im Mittelpunkte der Erde die Sonne um 23.5 Grade unter demhimmlischen Aequator sehen, weil in der That die Erde um denselbenWinkel über dem Aequator erhoben ist.
Zwischen diesen zwei Lagen der Erde, in IZ zu Anfang des Sommersund in v zu Anfang des Winters der nördlichen Halbkugel, gibt es mit-ten inne zwei andere, in ^ und <L, wo die Erdaxe weder zur Sonnehin, noch von ihr weggekehrt, sondern wo sie nach der Seite gewendetist und wo der Winkel 8mp, der in L spitz und in v stumpf war, einrechter Winkel wird. Da jetzt der obere und der untere Theil der Erd-axe gegen die fixe Ave 81t. der Ekliptik zu beiden Seiten derselben gleicheEntfernung haben, oder da jetzt diese Erdaxe auf der die Sonne undErde verbindenden Linie eben so senkrecht steht, wie dieß die Ebene derLichtgränze immer thut, so müssen auch die beiden Pole in diese Schat-tengränze selbst fallen und diese Schattengränze wird daher alle Paral-lelkreise in zwei gleiche Theile theilen oder endlich: Tag und Nacht wirdauf der ganzen Erde dieselbe Länge von zwölf Stunden haben. BeidePole sehen jetzt die Sonne den ganzen Tag in ihrem Horizonte und dieBewohner des Aequators sehen sie um Mittag in ihrem Zenithe, daherauch ein Auge im Mittelpunkte der Erde die Sonne selbst in der Ebenedes himmlischen Aequators erblicken würde. In diesen beiden Punktenist die Erde im Anfange unseres Frühlings in ^ am 21. März und imAnfange unseres Herbstes in C am 23. September. In diesen beidenPunkten geht die Erde durch die Ebene des himmlischen Aequators oderdie beide Punkte verbindende gerade Linie ist der Durchschnitt des Aequa-tors mit der Ekliptik, die auch die Aequinocriallinie oder die Nacht-gleichenlinie heißt, weil für die ganze Erde, wenn sie in diesen beidenPunkten steht, Tag und Nacht einander gleich sind (Einl. H. 22). ImGegentheile heißen die Punkte L und v, wo in dem ersten die Sonneam höchsten über und in dem zweiten am tiefsten unter dem Aequatorerscheint, die Solstitial- oder Wendepunkte, weil in ihnen die Sonneihre größte Entfernung vom Aequator am wenigsten ändert und gleich-sam einige Tage stille zn stehen scheint, um sich dann wieder dem Aequa-tor zuzuwenden.