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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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122
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^22 Jahreszeiten. §. 85.

unter dein Aequator würden wahrscheinlich unter der sengenden Hitze ih-res Klima's verdorren; die weiter von ihm entfernten Länder wurdenunter ewigem Eise begraben bleiben; ein verhältnißmäßig nur sehr klei-ner Theil der sogenannten temperirten Zone würde für uns noch bewohn-bar seyn, und auch hier würden die meisten unserer edlen Früchtenicht mehr zur Reife gelangen.

H. 85. (Schiefe Stellung der Erdaxe gegen die Ekliptik.) Und welchesist diese zweite Bedingung, an die wir jene tägliche Rotation der Erdeknüpfen müssen, wenn wir all' dem erzählten Ungemach entfliehen unduns des so wünschenswerthen Wechsels der Jahreszeiten auf unserer Erdein der That erfreuen wollen?

Die Natur hat diesen Zweck durch eine, wie es scheint, sehr gering-fügige Einrichtung zu erreichen gewußt, indem sie nämlich der Are, umwelche sich die Erde dreht, und die wir, in unserer letzten Hypothesesenkrecht auf die Ebene der Erdbahn gestellt haben, eine etwas schiefeNeigung gegen diese Ebene gegeben hat. Diese schiefe Stellung derErdaxe gegen die Erdbahn ist die eigentliche Ursache der Jahreszeitenund die Quelle aller der reichen Segnungen, welche dadurch über unsund über unsere Erde ausgegossen werden. Wir wollen diesen wichtigenUmstand, wie er es verdient, sogleich etwas näher betrachten.

Man denke sich durch den Mittelpunkt 8 (Fig. 18) der Sonne einefixe Linie 8K, die auf die Ebene der Erdbahn oder der Ekliptik senk-recht steht und eine andere 8K, welche mit jener den Winkel K8K gleich23 ^2 Grad, also denselben Winkel macht, unter welchem der Aequatorgegen die Ekliptik geneigt ist. Die Erde bewege sich jährlich in demKreise der Ekliptik um die Sonne und drehe sich zugleich täglich .

um ihre Are z>q, welche letzte in allen Punkten der Erdbahn mit der !zweiten der erwähnten fixen Linien, d. h. mit 8K parallel bleiben soll,1» daß also p den Nord- und ^ den Süd-Pol der Erde vorstellt.

Dieß vorausgesetzt, gibt es vorzüglich vier Lagen der Erde gegendie Sonne, die wir hier näher betrachten wollen, nämlich die Lagek, E und I), wo die Erde zur Zeit des Anfangs des Frühlings, desSommers, des Herbstes und des Winters in unserer nördlichen Hemi-sphäre ist. In allen diesen Lagen wird nun zwar immer die Hälfte derOberfläche der Erde von der Sonne beschienen, während die andereHälfte im Schatten oder Dunkel bleibt, wie dieß bei jeder von einemLichte beleuchteten Kugel der Fall ist. Aber diese beiden Hälften, dielichte und die dunkle, sind in Beziehung auf die feste Erdaxe pq in je-nen vier Lagen sehr verschieden vertheilt, oder die Lichtgränze, das heißt,der größte Kreis,, welcher jene beiden Hälften trennt, geht zuweilen ge-rade durch die beiden Pole p und y der Erde, zuweilen aber auch in be-trächtlicher Entfernung rechts oder links vor diesen Polen vorbei.

Die Ebene der Lichtgränze steht nämlich immer senkrecht auf allenden Linien 81'. 81'.., welche den Mittelpunkt der Sonne mit dem derErde verbinden. Die Linie py aber, oder die Erdaxe, macht mit jenenLinien einen spitzen Winkel, so lange die Erde in der Hälfte ihrerBahn ist und einen stumpfen Winkel in der anderen Hälfte wäh-rend bloß in den zwei Punkten -V und l), d. h. im Anfange des Früh-lings und des Herbstes, dieser Winkel ebenfalls ein rechter ist. DieserWinkel der Erdaxe nrp mit der Entfernung m8 der Erde von der Sonneoder der Winkel 8mp ist nämlich gleich dem Winkel, unter dem manaus dem Mittelpunkte in der Erde die Entfernung der Sonne 8 von tdem Nordpole p sehen würde, oder dieser Winkel 8nn> «st die Poldistanz(Einl. H. iz) der Sonne, und dieser Winkel ist am kleinsten oder gleich