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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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118
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Aberration der Fixsterne« §. «!.

man habe sein Schiff in dieser Richtung von 45 Graden gegen die Mit-taqslinie durchschossen, da man doch in der That in der Richtung der

Mittagslinie selbst darauf geschossen hat.

Wollte er nun, um Wiedervergeltung zu üben, aus ,einer eigenenKanone in dem Schiffe auf den Schützen am südlichen Ufer zurückschießen,und würde er, seinem erwähnten Glauben zu Folge, seine Kanone eben-falls in die Mittagslinie, also in dieselbe Richtung in'n' stellen, welche,nach seiner Ansicht, die Richtung des Schusses vom Ufer war, so würdeer seine Schiffskanone um volle 45 Grade falsch gerichtet haben.

Oder auch, wollte man das Schiff gegen solche von dem südlichenUfer in der Richtung der Mittagslinie abgeschossene Kugeln dadurch we-nigstens in einem Punkte in', etwa in der Nähe der Pulverkammer,sicher stellen, daß man in in' und n' eine Oeffnung in den Seiten desSchiffes anbrächte, und sie mit einer starken metallenen Röhre in derRichtung der Mittagslinie in'n' verbände, durch welche die Kugel, wennsie in in' ankömmt, frei durchgehen soll, so würde man dadurch seinenZweck nicht erreichen, weil die Kugel, obschon sie in der Richtung derNkittagslinie abgeschossen wird, in dem Schiffsraume doch nicht den mitder Mittagslinie parallelen, sondern den um 45 Grade gegen jenen ge-legten Weg in'n zurücklegt, daher man also auch jener Röhre dieselbeLage in'n geben muß, wenn die Kugel in der That durch dieselbe freidurchgehen soll, ohne die Wand der Röhre zu treffen, und ohne dasSchiff zu verletzen. Alles unter der oben gegebenen Voraussetzung, daßdie Geschwindigkeit der Kugel und des Schiffes einander gleich, und dieRichtungen beider Bewegungen auf einander senkrecht sind, wie oben,bloß der größern Einfachheit wegen, angenommen worden ist. Hättediese Voraussetzung nicht Statt, und wäre z. B. die Geschwindigkeitder Kugel zehn- oder hundertmal größer, als die des Schiffes, so würdeder Winkel inn'n' nicht mehr 45 Grade betragen, aber seine wahre Größewürde sich aus den in H. 81 gegebenen Formeln in allen Fällen leichtfinden lassen. Jenem Ausdrucke zu Folge wird nämlich, wenn in'n' dieGeschwindigkeit der Kugel, und n'n die des Schisses bezeichnet, die Größenn' dividirt durch in'n' gleich der Tangente des gesuchten Winkels nni'n'seyn (Einl. H. 32). Ist z. B. die Geschwindigkeit der Kugel 10 oder100mal größer als die des Schiffes, so ist jener Winkel gleich 5°.7 odergleich 0°.6.

Was von diesem Schiffe und seiner Röhre gesagt worden ist, giltnun ebenfalls von dem großen Weltschiffe, der Erde, und von unsernFernröhren, mit welchen wir die Gegenstände des großen Oceans, diewir auf unserer Reise um die Sonne befahren, zu betrachten pflegen.Auch diese Fernrohre müssen gegen die Gestirne so gerichtet werden, daßdas Licht, welches von den Sternen ausgeht, ohne an die Wände desFernrohrs zu stoßen, frei durchgehen, und zu unserem Auge gelangen kann.

Um diese Richtung des Fernrohrs oder des scheinbaren Lichtstrahlsgegen die wahre zu finden, werden wir, nach dem Vorhergehenden, dieGeschwindigkeit der Erde durch die des Lichtes dividiren, wo dann derQuotient dieser beiden Zahlen die Tangente des gesuchten Winkels seynwird, den der scheinbare Lichtstrahl mit dem wahren bildet. Die Erdelegt aber in ihrer jährlichen Bahn um die Sonne während einer Secunde4.113, und das Licht legt, wie wir oben (H. 77) gesehen haben, in der-selben Zeit 41900 Meilen zurück. Der Quotient beider Zahlen ist aber0.VV00081K2 und dieß ist die Tangente von 20.25 Secunden, also genauderselbe Winkel, den wir oben (§. 76) unmittelbar aus den beobachtetenErscheinungen der Aberration abgeleitet haben. Diese schöne Ueber-