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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
108
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Aberration der Fixsterne. z. ?s.

immer gleich Null blieb. Bradley nannte diese Veränderungen derSterne die Aberration derselben.

Das; aber diese Bewegungen sich aus einer gewöhnlichen Parallaxeder Erdbahn nicht erklären lassen, war wohl für sich klar. Die Wir-kungen einer solchen Parallaxe lassen sich nämlich, nach dem vorhergehendenKapitel, auf folgende Weise bildlich darstellen. Man denke sich durchden Stern und durch die Erde in allen Punkten ihrer Bahn geradeLinien gezogen, so werden diese geraden Linien die Oberfläche einesKegels bilden, dessen Basis die Erdbahn und dessen Spitze der Sternist. Verlängert man dann diese geraden Linien über den Stern hinaus,bis an die Fläche des Himmels, so werden sie diese Fläche in einerkrummen, ellipsenförmigen Linie schneiden, welche die parallactischen Ortedes Sterns, d. h. alle diejenigen Orte enthalten wird, in welcher währenddem Laufe des ganzen Jahrs der Stern, von der Erde gesehen, erscheint,während er, von der Sonne gesehen, immer in dem Mittelpunkte jenerEllipse oder in demjenigen Punkte des Himmels erscheinen wird, wodie, von der im Mittelpunkte der Erdbahn ruhenden Sonne nach derSpitze jenes Kegels gezogene gerade Linie verlängert, den Himmel treffenwird. Aus dieser einfachen Construction folgt sofort, daß wir den Stern,in Beziehung auf seinen mittlern Punkt, d. h. in Beziehung auf denMittelpunkt seiner Ellipse, immer auf der entgegengesezten Seitedes Himmels von derjenigen sehen werden, welche unsere Erde selbst inihrer Bahn einnimmt. Wir werden ihn also z. B. am meisten östlichsehen, wenn wir in dem westlichen Punkte a unserer Bahn sind, ammeisten westlich aus dem östlichen Punkte der Bahn, und wenn er überder Ekliptik steht, so wird man ihn am meisten über derselben, oder inseiner größten Breite sehen, wenn die Erde am tiefsten unter ihm, oderwenn sie ihm in der Opposition am nächsten steht, und wieder amnächsten bei der Ekliptik oder in seiner kleinsten Breite, wenn die Erdein der Conjunctiv« den größten Abstand von dem Stern hat u. s. w.Kurz: „Die Länge jedes Sterns hat wegen seiner parallactischen Be-legung in den Syzygien ihren mittlern, und in den Quadraturen„ihren größten und kleinsten Werth, während die Breite in den Quadra-turen ihren mittlern, in der Conjunctiv» den kleinsten, und in der„Opposition den größten Werth hat," welches Gesetz demnach in allenseinen Theilen das Gegentheil von dem oben aufgestellten Gesetze derAberration ist, dem die von Bradley entdeckten Veränderungen unter-worfen sind. Zwar lassen sich auch diese letzten Veränderungen durcheine Ellipse darstellen, welche der Stern um seinen mittlern Ort, oderum den Mittelpunkt dieser Ellipse, jährlich zurücklegt, aber diese beidenEllipsen sind eben so wesentlich von einander verschieden, als die Be-wegungen selbst, welche die Sterne in diesen beiden Bahnen befolgen.

tz. 75. (Differenz zwischen den Wirkungen der Parallaxe und der Aber-ration.) In der parallactischen Ellipse «/Zz-S (Fig. 8) nämlich ist derStern immer in demjenigen Punkte seiner Peripherie, der dem gleich-zeitigen Punkte der Erde in ihrer Bahn gerade entgegen gesekt ist, oderder Stern ist bei seiner kleinsten Länge in «, wenn die Erde in u. undbei seiner größten Länge in 7, wenn die Erde in s ist. In beiden Fällensteht aber der Stern mit der Sonne in den Quadraturen. Die mittlerenLängen aber haben Statt, wenn der Stern in und ö und die Erde ind und ä in den Syzygien ist. Eben so ist für die größte Breite derStern in S und die Erde in ä zur Zeit der Opposition; für die kleinsteBreite der Stern in O und die Erde in li zur Zeit der Conjunction, undendlich für die mittlere Breite der Stern in a oder 7, während die